Da Ostern ein vom Mondwechsel abhängiges Fest ist, findet es jedes Jahr an einem anderen Tag zwischen dem 22.März und dem 25.April statt. Der deutsche Name Ostern, leitet sich von der Göttin Ostara (Freyja) ab.
Das heidnische Opferfest fand und findet zur Frühlingsgleiche um den 20.03. oder beim ersten Frühlingsvollmond statt. Im Anschluss an dieses Fest wurde auch das „Värthing“ (Frühjahrsthing) abgehalten. Ab der Frühjahrsgleiche werden die Tage länger als die Nächte, im nordischen Mythos wird dies durch den endgültigen Sieg der Sonnengötter über die Winterriesen symbolisiert.
Da bestand nun ein wesentlicher Teil der Aufgabe der Kirche darin, diese germanischen Naturfeste als Feiern natürlicher Erscheinungen umzubilden zu Festen der Heilstatsachen und der Heilsfreude. Wie man gegen manche heidnische Sitte schonend verfuhr, zeigt z.B. ein Brief Gregors des großen an den Abt Rellitus, der auf die Belehrung der Angelsachsen bezüglich die Anweisung enthält, nach welcher traditionell in aller Folgezeit unter deutschen Heiden die Mission betrieben wurde. In diesem Briefe wird empfohlen, die Tempel der Heiden nicht zu zerstören, sondern in christliche Kirchen zu verwandeln, damit das Volk an den durch lange Gewohnheit geheiligten Orten desto lieber und eher an den Dienst des wahren Gottes sich gewöhne.
Die Opfermahlzeiten im Dienste der Götter sollten in Mahlzeiten zu Ehren der Märtyrer verwandelt werden. Doch den Bonifatius ermahnte sein Freund Bischof Daniel von Winchester, erst langsam von Bekämpfung des heidnischen Aberglaubens zur Anknüpfung christlichen Glaubens überzugehen, ohne dem Volke seine an- und eingeborene Naturfreude zu nehmen. Aufs herrlichste gelang ihr dies bei der Umbildung der alten germanischen Julfeier zur Weihnachtsfeier, und ebenso bei der Feier der Auferstehung des Herrn, des neutestamentlichen Passafestes aus der altheidnischen Osterfeier. Erhielt doch dies neutestamentliche Passafest in Deutschland geradezu von jener heidnischen Feier den Namen Ostern, wie der April Ostermonat hieß.
Als das Christentum zu den germanischen und keltischen Völkern kam, fanden die Missionare dort viele tief verwurzelte Bräuche vor, die nicht auszurotten waren. Daher versuchte man, die alten Sitten mit neuem Glaubensgut zu erfüllen und umzuwandeln. Mit dem christlichen Osterfest gelang dies sehr gut. Es gab nämlich bei den Germanen und den Kelten ein wunderbares Frühlingsfest. Es wurde jedes Jahr genau in den Tagen der ersten Vollmondnacht gefeiert, die auf den Tag folgte, an dem Tag und Nacht genau gleich lang sind. Dies ist der 21. März, den man deswegen auch „Tag- und Nachtgleiche“ oder „Frühlingsanfang“ nennt. Genau ab dem 22. März werden die Tage also wieder länger.
Im siegreichen Licht der Sonne erwachte die Frühlingsgöttin Ostara, die unter dem weißen Bett des Todes geschlafen hatte, zu neuem Leben. Wenn der Wind die mit zarten Blättchen geschmückten Zweige der Birken tanzen ließ und den Duft der ersten Blumen über das Land trieb, malten sich die Menschen aus, die schöne junge Göttin tanzen zu sehen. Und wenn die Göttin tanzte, wollten die Menschen es auch. Mit großen, lodernden Feuern brachten sie das Licht auch auf ihre Felder und in ihre Häuser. Mit schweren Baumscheiben, die sie von den Bergen ins Tal rollten, stellten sie die Sonne auf ihrem siegreichen Weg über den Himmel hinunter in die Finsternis dar. Die jungen Männer verkleideten sich mit Stroh und Fellen in den Winter, der unter Lachen und Scherzen als zottiger Bär vertrieben werden musste. Und die jungen Frauen schmückten sich mit Blumen, duftenden Ölen und weißen Gewändern wie die schöne Göttin Ostara.
Als die christlichen Missionare in die Welt der Heiden zogen und von Jesus, aks dem Sohn Gottes sprach und verlangten, dass nur ein Gott angebetet werden solle, wollten die Heiden ihren eigenen Glauben nicht aufgeben. Vor allem aber ihre schönen Feste nicht. Wenn die Missionare Erfolg haben wollten, mussten sie sich also etwas einfallen lassen. Endlich kamen sie auf die rettende Idee. Da die Kirchengelehrten die Leidenszeit und den Tod des Gottessohnes für den Frühling berechnet hatten, aber niemand das genaue Datum kannte, legten der Papst und seine Missionare das Fest, mit dem die Kirche den Tod und die Auferstehung des Lebens feiert, ganz einfach genau auf die Tage, an dem das größte Frühlingsfest der Heiden zu Ehren des neuen Lebens in der Natur gefeiert wurde.
Sogar Ostara, den Namen des alten Heidenfestes wandelten die Christen um, indem sie das neue Fest „Ostern“ nannten. Von nun an feierten die alten Heiden und die Christen gemeinsam das Osterfest als das Fest, an dem die Göttin Ostara über den Winter bzw. Jesus über den Tod gesiegt hat.
Ostara leitet eine Wende ein. Nach den rauen Zeiten des Winters, in denen wir Pläne geschmiedet und nach Ideen gesucht haben, finden wir nun neue Kraft, die sich durch das zunehmende Licht und das Wachstum der Pflanzen verstärkt.
Ostara steht dabei für Erneuerung, beginnendes Leben, Neuanfang. Wir suchen nach neuen Wegen, um unsere Ideen und Ziele zu verwirklichen und erkennen jetzt, welche Schritte dazu notwendig sind. Wir werden kreativ und sprühen vor Schaffenskraft.
Die Kraft der Ostara hilft uns bei der Verwirklichung unserer Ziele. Nach der langen Zeit der Innenorientierung beginnt nun wieder die Zeit der vermehrten Außenkontakte. Waren wir bislang viel mit den inneren Werten beschäftigt, so kümmern wir uns jetzt auch verstärkt um die Bedürfnisse unseres Körpers.
Er braucht nach den rauen Zeiten wieder viel Pflege und Zuwendung. Bewegung ist um diese Zeit ein besonders wichtiges Element und fällt auch wieder leichter. Die Schwere der dunklen Jahreszeit lichtet sich und die Lebenslust nimmt wieder zu. Der Tod ist überwunden und die Zeit der Fülle wird vorbereitet.
Das Fest zu Ehren Ostaras ist daher eine gute Zeit, sich von Altem endgültig zu lösen und etwas Neues anzufangen. Gedanken, Träume und Wünsche in dieser Zeit sollen besondere Beachtung finden und in Erfüllung gehen.
Fest der Sinne und der körperlichen Freuden
Bei soviel erkenn- und erspürbarer Fruchtbarkeit in der Natur verwundert es nicht, dass das Fest der Ostara auch ein Fest der Sinne und der körperlichen Freuden ist. Nach den tristen Wintermonaten locken uns die ersten zarten Sonnenstrahlen nach draußen, die Hormone geraten in Wallung. Was gibt es Schöneres, als sich nun der Verführung hinzugeben?
Dazu gesellte sich das Ei als Urzelle und Symbol des keimenden und werdenden Lebens. Sie sind natürlich mit den Farben Ostaras, rot und gelb gefärbt. Ein weiteres heiliges Tier der Ostara ist der Marienkäfer.
Weltenei
Es gilt die Legende, dass zu Beginn aller Zeiten die Große Göttin das Weltenei gebar. Sie wärmte es zwischen ihren Brüsten und ließ es Jahrtausende reifen. Als sich die ersten Sprünge in der Schale zeigten, nahm es die Göttin behutsam und legte es ins große Dunkel. Dort sprang die Schale auf und heraus fiel die ganze Welt, Erde und Wasser, Tiere und Pflanzen. Und aus dem Dotter entstand die Sonne. Und damit die Menschen sich an das große Werk erinnern, werden die ältesten Tierarten der Welt auch heute noch aus Eiern geboren.
Ostara ist aber nicht nur das Fest, an dem der endgültige Sieg des Frühlings über den Winter gefeiert wird, es ist auch ein Fruchtbarkeitsfest. Die Menschen der früheren Zeit begannen um diese Zeit mit dem Fruchtbarmachen der Felder und bei vielen Tieren findet in dieser Zeit die Brunft statt. Auch wir Menschen können die so genannten „Frühlingsgefühle“ spüren.
In der keltischen Tradition ist dieses Fest das Fest der Morganat. Zeit der Elfen, Feen, Zwerge und der Verehrung ihrer Plätze. Die Dolmen, Menhire oder Findlinge, welche als die Wohnstätten des kleinen Volkes angesehen wurden, symbolisieren die Verbindung zur Unterwelt, aus welcher nun die Kraft der Erneuerung wieder aus der Erde steigt und sich mit der Stärke der Sonne verbindet.
Besondere Beachtung wurde auch dem Wasser als Sinnbild für das neue Leben zuteil: In Schottland werden noch heute die Quellen und Brunnen festlich geschmückt und rituell einer Weihe unterzogen.
Ein Symbol der Fruchtbarkeit ist übrigens der Hase, der als Tier der Göttin Ostara (Eostre) verehrt wurde, ein anderes Fruchtbarkeitssymbol sind rohe Eier, die anlässlich dieses Tages an liebe Freunde verschenkt werden.
Ein weiteres Symbol, dass an Ostara eine große Rolle spielt, ist das „Ostarafeuer“ als Abbild der Sonne.
Die Feuer wurden auf den Hügeln entzündet und man glaubte, dass die Kraft der Sonne und der Segen der Götter dadurch auf die Felder übertragen wurden, die im Schein der Feuer lagen. Durch diese Feuer sprangen auch die Menschen um sich vor den bösen Mächten zu schützen.
Mancherorten wurden auch die Viehherden zwischen zwei Feuern hindurchgetrieben.
Bei dem Sprung über das Osterfeuer, galt es als ein gutes Zeichen, wenn man möglichst hoch sprang, fiel man jedoch hin, da war dies ein schlechtes Omen, da man sicher sein konnte, noch im selben Jahr zu sterben.
Ein Symbol der Fruchtbarkeit ist übrigens der Hase, der als Tier der Göttin Ostara (Eostre) verehrt wurde, ein anderes Fruchtbarkeitssymbol sind rohe Eier, die anlässlich dieses Tages an liebe Freunde verschenkt werden.
Ostara ist die Zeit der Elfen, Zwerge, Feen, Einhörner und der Verehrung ihrer Plätze. Die Dolmen, Menhire, Findlinge, Gräben oder Hügel, in denen »das kleine Volk« wohnt, symbolisieren die Verbindung zur Unterwelt, aus der jetzt die Energie der Erneuerung wieder aus der Erde steigt und sich mit der Kraft der Sonne verbindet. Wenn sich ein derartiger Ort in der Nähe befindet, sollte man nicht vergessen, kleine Gaben an den heiligen Plätzen niederzulegen. Ãpfel und Nüsse sind besonders beliebt.
Heilig sollen der Ostara gewesen sein die Maiblumen und die gelben Frauenpantöffelchen, auch Marienpantöffelchen und Frauenschühli – trifolium melilotus- genannt; sie habe man in die lodernden Oster- und Opferfeuer geworfen. Von den Farben seien ihr die des Lichts, besonders die gelbe heilig gewesen.
Spuren des Ostarakultus will man in manchen Gegenden finden. Unweit des Meißner in Hessen, im Felde des Dorfes Hilgershausen steht eine 80 Fuß hohe Felswand, unter der sich eine Höhle öffnet, der sog. „hohle Stein“. In diese Höhle tragen am zweiten Ostertage Burschen und Mädchen der benachbarten Dörfer Hilgershausen und Kammerbach Sträuße von Frühlingsblumen als Opfer, trinken von dem Wasser des kleinen Sees, der dich in der Höhle befindet und nehmen in Krügen für die Ihrigen davon mit nach Hause. Ohne Blumen wagt niemand hinabzusteigen.
In Oberbayern bindet man Kränze aus Gertraudenkräutern und gelben Frauenpantoffeln und wirft sie ins Osterfeuer.
Auf dem Gipfel des hessischen Ostersteins befinden sich Felsblöcke, die ihre jetzige Gestalt nicht aus der Hand der Natur überkommen haben; ihre Form verrät eine frühere Opferstätte, und als man vor etwa dreißig Jahren einen Teil des Gesteins sprengte, fand sich im Sande unter Felsen ein Rest früheren Feuers, nämlich schwarze mit Kohlen untermischte Erde. Auf diesem Osternstein begingen die Burschen der benachbarten Dörfer bis vor etwa 50 Jahren, wo es verboten wurde, am Ostermontage besondere Festlichkeiten. Dort soll sich ein Heiligtum der Ostara befunden haben.
In Oberbayern gibt es eine Osterharde, an der Jörgenkapelle in Regensburg liegt eine Osterburg; auf dem Gipfel des Heselberges in Mittelfranken ist eine Osterwiese.
Auch an den Quellen der Weschnitz im Odenwalde soll ein Heiligtum der Ostara gewesen sein; als später die Germanen sich taufen ließen, ward die Göttin in die heil. Walpurgis umgetauft und an der Stelle jenes heidnischen Hains erhob sich eine christliche Kapelle. So geriet die alte Göttin in Vergessenheit, aber die Dörfer Ober- und Unterostern zu den Füßen der Walpurgiskapelle erinnern noch an jene Zeit, ebenso wie Osterode im Harz, das seinen Namen von der Göttin Ostara hat. Dass sie hier verehrt wurde, bezeugt u.a. eine Sage von der Osterjungfrau, nach welcher in den Trümmern einer vor dem Harztore auf einem Hügel gelegenen Burg eine wunderbar schöne Jungfrau verzaubert liegt. Die arme Bezauberte kann nur einmal alljährlich am Ostersonntag aus ihrem Kerker hervorgehen. Dann erscheint sie überaus schön, in schneeweißem Gewand, wandelt langsam vor Sonnenaufgang dem nahen Bache zu, wäscht sich darin und wartet, ob sie einer erlöse. Viele Menschen haben sie schon gesehen und mancher hat Geschenke von ihr bekommen, aber es hat noch keiner mit ihr durch die eiserne Tür kommen können, die ihr Gewölbe verschließt. Ein armer Leinweber aus Osterode trug am Sonnabend vor Ostern ein Srück Leinen nach Klausthal und wäre gegen Abend gern noch wieder zurückgegangen. Aber es war spät geworden und er blieb also die Nacht in Klausthal. Wie nun der Morgen graute, machte er sich auf den Weg, und wie die Sonne eben am aufgehen war, langte er oberhalb der „Freiheit“ (so heißt die Vorstadt, welche der Seelefluß der Stadt Osterode trennt) an. Da sah er, wie eine schneeweiße Jungfrau, mit einem Bund Schlüssel im Gürtel, auf den Fluß zuging und sich darin wusch. Betroffen von der Erscheinung stand er still. Bald gewahrte ihn die Jungfrau und kam auf ihn zu. Und wie er ganz ehrerbietig den Hut abzog und sie freundlich dankte, fragte der Leinweber, warum sie denn schon so früh aufgestanden sei und sich in diesem Wasser wasche. „Das pflege ich jeden Ostermorgen vor Sonnenaufgang zu tun,“ antwortete die Jungfrau,“und davon bleibe ich immer schön und jung.“ Der Leinweber fragte weiter, wo sie wohne, und ob ihr Haus weit von hier sei? „Nicht weit! Wenn du Lust hast, will ich dich hinführen!“ Bald kamen sie an den Trümmerhaufen der Burg, der dem Manne jetzt ganz anders und viel besser vorkam als sonst, und standen vor einer eisernen Tür, die hatte der Weber noch nie bemerkt. Vor derselben, auf einem grünen Platze, blühten drei Lilien; die Jungfrau brach eine, gab sie dem erstaunten Manne und sagte: „die nimm mit nach Hause und verwahre sie wohl.“ Der Weber dankte ihr ganz treuherzig und steckte die Blumen an seinen Hut. Wie er wieder aufsah, war die schöne Jungfrau wieder verschwunden; die Tür war auch nicht mehr zu sehen und die alte Burg stand wieder so traurig und zerfallen da wie immer. Zu Hause legt er die blanken Harzgulden, die ihm sein Leinen eingebracht auf den Tisch, den Hut mit der Lilie daneben. Da fragt seine Frau, woher er denn die herrliche Lilie bekommen, die schimmert ja wie eitel Gold und Silber. Und als er ihr alles erzählte, ruft die Frau: „Ach, das ist die Osterjungfrau gewesen, und das ist auch keine gemeine Lilie, sondern lauteres Gold und Silber. Du warst zur guten Stunde des Weges gekommen.“
Alte Bräuche:
Osterfeuer
Schon in vorchristlichen Zeiten brannten in der Frühlingszeit die Frühlingsfeuer. Sie sollten den Winter vertreiben, und das Licht und die Wärme waren ein Symbol für die Sonne, die nun die Erde wieder erwärmen sollte. Auch als der christliche Glaube in unseren Breiten die alten Religionen verdrängte, gelang es der Kirche nicht, diesem Brauch Einhalt zu gebieten. So geschah es, wie mit anderen „heidnischen“ Traditionen auch: Der Brauch wurde in die Kirchentradition aufgenommen. Ungefähr 750 n. Chr. wurde das Frühlingsfeuer christianisiert und seine Bedeutung auf Gott übertragen. Es soll nun stehen für das Licht des Glaubens und den Sieg Jesu über die Finsternis. Noch heute werden Ostefeuer entzündet, zum Teil in der Nacht vor Ostersonntag, oft aber auch erst am Abend des Ostersonntages.
Mit den Osterfeuern verbindet man mancherorts noch andere Bräuche wie Fackelschwingen, oder es werden brennende Osterräder von den Bergen hinunter gerollt.
Zu früheren Zeiten wurden die Eier rot angemalt, der Farbe des frischen Blutes der Göttin. In der „Weiterentwicklung“ wurden sie in den Farben der Natur bemalt, wobei jede benutzte Farbe eine rituelle Bedeutung hatte.
Osterkerze
Diese „gemäßigte Form“ des Feuers kommt aus der Tradition der griechischen, römischen, jüdischen Lichtbräuche. Sie steht für Jesus, der den Tod und das Sterben besiegt hat. Die Kerze wird oft am heiligen Osterfeuer entzündet und dann in die dunkle Kirche getragen. Oft können die Gemeindemitglieder an der Osterkerze ihre eigenen, kleineren Osterkerzen entzünden und so das wiedergekehrte Licht nach Hause bringen. Früher wurden in den Häusern an diesen Kerzen die Herdfeuer wieder entzündet, die am Karfreitag gelöscht worden waren, um so den Neuanfang anzuzeigen.
Osterwasser
Neben dem Feuer galt Ostern in vielen Gegenden auch Wasser als sehr wichtig. Deshalb hat sich der Brauch des „Osterwasser-Holens“ entwickelt. Das Osterwasser holte man in der Nacht zum Ostersonntag an Flüssen, Quellen und Brunnen, die oft jedes Jahr zu Ostern schön geschmückt wurden.Dem Osterwasser wurden wundertätige Kräfte zugesprochen:
Es sollte Menschen und Tieren Gesundheit verleihen
Es im Hause zu versprühen sollte Ungeziefer vertreiben
Kinder, die mit Osterwasser getauft wurden, sollten besonders gut geraten.
Last, but not least, sollte es auch der Schönheit dienlich sein, weshalb vor allem junge, unverheiratete Mädchen diesem Brauch folgten.
Kein Wort durfte dabei gesprochen werden, wenn man das kostbare Nass heim trug, denn „Plapperwasser“ habe keine Wirkung, so hieß es. Die jungen Männer lauerten den Mädchen auf und versuchten, sie zum Lachen oder zum Reden zu bringen. Die Mädchen versuchten eisern zu bleiben, sie durften ja nicht einmal Grüße erwidern, denn dann hätte das Osterwasser ja seine Wirkung verloren.
Nach dem alten Naturglauben waren Tau, Schnee und Regen an Ostern genau so wundertätig wie das Wasser. Darum breitete man vielerorts an Ostern die Bettlaken zum Bleichen aus oder wusch sich mit dem Ostertau. Manchmal durften sich die Kinder morgens in den taufeuchten Wiesen wälzen.
In der Kirche wird an Ostern eine Wasserweihe vorgenommen. Manchmal ist es das Taufwasser für das ganze Jahr. In einigen Gemeinden werden dabei die Osterkerzen in das Wasser getaucht. Die Gläubigen dürfen das geweihte Wasser mit nach Hause nehmen. Es soll das Haus und seine Bewohner vor Unheil schützen.
Die Sonne an Ostern
Am Ostersonntag in aller Frühe soll die Sonne vor Freude über die Auferstehung tanzen. Wenn man vor Sonnenaufgang hinaus geht auf einen Hügel, dann kann man angeblich sehen, dass die Sonne bei ihrem Aufgang drei Freudensprünge vollführt. Mancherorts zogen die Menschen früher zusammen aus, um die Sonne tanzen zu sehen. Man begrüßte die aufgehende Sonne dann mit eigenen Tänzen.

Der heilige Baum
Osterruten und Osterzweige
Wie an allen volkstümlichen Festen treffen wir auch an Ostern auf den heiligen Baum, zu Ostern meistens ein Laubbaum, bzw. seine Zweige. Lange vor Ostern stellt man sie ins Wasser, damit sie rechtzeitig grün sind und sogar blühen (Hasel- und _Weidenkätzchen, Birken, Forsythien). Oft werden die Zweige zu Ostern mit bunten, ausgeblasenen Eiern geschmückt. Besonders ein solcher Palmkätzchenstrauß soll das Haus vor Hexen schützen.
Osterruten werden aber auch noch anders verwendet: Man treibt damit unsanft Langschläfer aus den Betten, oder verteilt mit ihnen Schläge an Freunde und Verwandte, das soll Glück und Gesundheit bringen, denn die Lebenskraft der Rute soll dadurch auf den Empfänger der (leichten) Schläge übergehen. „Schmackostern“ nannte man dieses wohl in Ostpreußen, aber es war auch anderenorts üblich.
Deutet man “Ostara” mit Hilfe der Runenzeichen, lassen sich weitere Bezüge zum Frühling herstellen. Die Rune “Os” steht für Geburt, Erde oder Entstehung, während die Rune “Tar” auch “zeugen” heißen kann. Im weitesten Sinne kann man also von einer Zeugung der Erde sprechen, die Befruchtung des Bodens, die letztendlich mit der Ernte abschließt.
Die Blätter des heiligen Baumes
Die Blätter des heiligen Baumes schmücken die Ostereier, als Sinnbild für die erwachende Natur und für Gesundheit und Fruchtbarkeit.
Für unsere Vorfahren müssen die Knospenzeichen der Zweige ein Triumpf des Lebens gewesen sein. Wieder hatten sie einen Winter überstanden. Wir können das heute kaum mehr nachfühlen, denn für uns mit unseren geheizten Wohnungen und Häusern und den immerwährenden Einkaufsmöglichkeiten ist der Winter im schlimmsten Fall unangenehm, aber doch nicht mehr lebensgefährlich.
Osternacht und Osterläuten
Wer es wagt, sich in der Osternacht zwischen 11 und 12 Uhr auf einen Kreuzweg zu legen, der kann allerhand vorteilhafte Gaben vom Teufel selbst erlangen, der in der Gestalt eines Jägers erscheinen wird. Allerdings werden diverse unheimliche Dinge passieren, von denen man sich nicht beeinflussen lassen sollte. Man darf bei der Aktion weder lachen, beten noch sprechen.
Wenn am Ostersonntag das erste Mal die Glocken wieder läuten, muss man sich schnell waschen, denn das bringt immerwährende Schönheit.

Wundertätige Eier
Gründonnerstagseier
Wenn am Gründonnerstag eine schwarze Henne ein Ei legte, so hatte dieses besondere Kräfte. wer das Ei vertilgt, sollte sie in seinem ganzen Leben nicht mehr verirren. Überhaupt hatten die Gründonnerstagseier besondere Heilkräfte, sie wurden gesammelt und in der Kirche als Ostereier gesegnet.

Karfreitagseier
Karfreitagseier werden fein gehackt und mit Gebildbroten in Form von Buchstaben verspeist. Das soll den Kindern helfen beim Lesen lernen.
Aus der Volkssitte und dem Glauben der Neuzeit sowie aus Glaubensvorstellungen, die weit über das germanische Gebiet hinaus verbreitet sind, hat man einen großen Kult der Göttin Ostara konstruiert. Danach wird sie gefeiert als Göttin des strahlenden Morgens, des aufsteigenden Lichtes sowie als Göttin des wiederkehrenden Frühlings. Ihr Kult erstreckt sich über ganz Niedersachsen, Westfalen und Niederhessen, wahrscheinlich auch über Friesland, Jütland und Seeland und auch über Bayern,. Nach Fricke gehört Ostara dem Herthadienst ,einem Kultus der Naturkräfte zu, und ist besonders in Westfalen sehr bekannt, wo ihr Schweineopfer dargebracht wurden, nach Hoops  wird sie besonders in Niederdeutschland verehrt, wo ihr der Monat Mai gewidmet ist, Maiblumen  geopfert und Maibäume errichtet werden. Ostara erscheint beim Eintritt des Frühlings neben Donar, ja als Schwester Thors. Als solche hat sie Anteil an den Osterfeuern, nach Kuhn und Panzer ist sie mit den drei Schicksalsschwestern eng verbunden. Die Gebräuche mit dem Osterwasser und das ihr heilige fließende Wasser deuten auf einen Quellenkultus.
Die Sitte in Hessen, am 2. Ostertag Blumensträuße in eine Höhle zu tragen und dann kühles Wasser zu schöpfen, gilt als Rest des Ostarakultus. Kränze aus Tausendschön, Küchenschelle und gelben Lilien, Kräuter und Mechthildenkränze  werden ihr dargebracht, die Birke ist ihr heiliger Baum, ihre heiligen Tiere sind der Hase und das ‚Osterkälbchen‘ oder ‚Marienkäferchen‘, ihre Lieblingsopfer Eier, auch Opferbrote (Osterfladen) und andere unblutige Opfer werden ihr geweiht. An ihrem Feste findet ein großes Volksthing statt. Dem Äußeren nach wird sie beschrieben als ein gleich der Eos sich leicht fortbewegendes, in ein goldschimmerndes Gewand gehülltes Wesen, vielleicht aus dem Meer aufsteigend, mit gelben Schuhen, jeden Morgen weckt sie alle lebenden Wesen aus dem Schlummer und naht sich den Häusern der Sterblichen mit schimmernden Schätzen. Zarte Keime brechen aus ihren Spuren hervor, wenn sie über die Erde dahinwandelt. Vielleicht ist sie eine besondere Gestalt der Himmelskönigin. Grimm bringt die Osterspiele mit der Ostara in Zusammenhang, und manche Züge der ‚Palmeselprozession  sollen ursprünglich der alten heidnischen Göttin Ostara angehört haben.
Karfreitagsbrot
Brot, das am Karfreitag gebacken und dann verschenkt wurde, verdirbt erst, wenn derjenige, der es verschenkt hat, untreu wird und lügt.
Krankenheilung und Gesundheit für das ganze Jahr
Kranke, die am Karfreitag aus einem fließenden Gewässer trinken, werden auf der Stelle wieder gesund. In manchen Gegenden schluckte man in der Karwoche jeden Tag 3 Weidenkätzchen unzerkaut auf nüchternen Magen, um damit Gesundheit für das ganze Jahr zu erlangen.
Eine gute Ernte
Wer am Karfreitag seine Obstbäume veredelt, dem bringt das Segen und eine gute Ernte. Im Lechtal schlägt man am Karfreitag mit einem Schlägel an die Stämme der Obstbäume, damit sie viele Früchte tragen sollen.
Ein alter Brauch ist es rot gefärbte Eier, welche ein Symbol für Fruchtbarkeit sind, zu verstecken.
Ausserdem ist die rituelle Waschung in Quellwasser Bestandteil der Ostara Zeremonie.
Zu den traditionellen Speisen zählen rotgefärbte Eier, Honigkuchen und die ersten Früchte des Jahres.
Zu den traditionellen Getränken zählen Milchpunsch und frische Säfte.
Bereist zu Imbolc wurde Frühjahrsputz gehalten, Dieser kann nun wiederholt werden, um endgültig die letzten Winterreste zu vertreiben.
Besonders abergläubische Bauern in manchen Gegenden unsere Landes leben selbst 2016 noch den Brauch der Feldweihe, die traditionell zu Ostara durchgeführt wird. Da der Frühling bald beginnt, segnen die Bauern ihre Felder. Dazu laufen sie um ihre Felder herum und weihen diese an allen vier Ecken mit heiligen Kräutern, wie Pfefferminze, Schlüsselblume oder Ästen des Weidenbaumes und einer Kerze, die in den Boden gesteckt wird. Damit bitten sie um eine reiche Ernte und Schutz ihrer Saat vor Unwettern.
Der Gleichstand von Licht und Dunkelheit, die Rückkehr der Sonne wird vielerorts mit Feuern begrüßt. Eine besondere Form des Ostarafeuers sind brennende Räder aus Stroh, die von einem Berg aus ins Tal gerollt werden.
Osterwasser in Brauch und Volkskunde
Das Osterwasser hat besondere Kraft. Schon am Karsamstag findet es für allerlei Gesundheits- und Schönheitszauber Verwendung. Wenn jemand ein wundes Gesicht hat, soll er es am Ostermorgen vor Sonnenaufgang gegen die Morgensonne stehend an einem Bache waschen, der das ganze Jahr läuft.
An böhmischen Orten wäscht man sich an einem nahen Brunnen, um schön zu werden. Wer sich am Ostersonntag im fließenden Bache wäscht, bleibt immer jung und schön.
Viele waschen sich in einer frischen Quelle, um Ausschlag, Augenübel und andere langwierige Krankheiten zu vertreiben. Man geht früh aus, sorgt dafür, nicht gesehen zu werden, antwortet auf keine Frage und dankt keinem Grüßenden. Ein Bad vor Sonnenaufgang hilft gegen allerlei Gebrechen.
Im Bagnes-Tal warten die Leute nur den ersten Ton der während zwei Tagen verstummten Glocken ab, um sich sofort an das nächste fließende Wasser zu stürzen und sich die Hände zu waschen zum Schutze gegen Warzen. Im Sarganserlande gilt der Glaube, daß, wer sich an einem laufenden Brunnen wäscht, während es zur Wasserweihe läutet, von Sommersprossen befreit wird.
An vielen Orten wird das Vieh und namentlich die Pferde vor Sonnenaufgang in die Schwemme getrieben, um sie das folgende Jahr vor Krankheit zu schützen.
In Hinterpommern läßt mancher Bauer gleich am Morgen im Osterwasser Eier kochen und mit dem Wasser seinen Ochsen die Hälse waschen, damit ihnen das Joch keine Wunde scheuere.
In Dörfern um Eisenach reitet man in der Osternacht die Pferde ins Wasser und dann in ein Saatfeld, um sie dort etwas von der jungen Saat fressen zu lassen. Ebenso in Marksuhl, damit die Saat besser gedeihe.
Ebenso verbreitet ist der Brauch, das Osterwasser in Krüge zu schöpfen und zu mannigfacher Verwendung mit nach Hause zu nehmen. Wer zuerst kommt, bekommt das beste. Gewöhnlich holt man es am Ostermorgen vor Sonnenaufgang, oft schon gleich nach Mitternacht. Aber auch schon vor 12 Uhr12); am Sonnabend vor Ostern ,am Karfreitag , am Gründonnerstag .
Auch noch der zweite Ostertag wird benutzt. Man muß vor Sonnenaufgang wieder zu Hause sein, sonst verliert das Wasser seine Kraft, und die schöpfende Person bekommt eine schwarze Hautfarbe. Man darf nicht damit über einen Kreuzweg gehen. In der Regel wird aus einem laufenden Gewässer (Fluß oder Quelle) geschöpft, selten aus einem See oder Teich, in Mohrin (Neumark) aus einem am Fuße eines großen Granitblockes gelegenen Graben. Eine berühmte Schöpfstelle des Osterwassers ist an der Grenze von Müschen und Burg im Spreewalde; da sollen neun Grenzen zusammenkommen. Es muß dort geschöpft werden, „wo alles darüber geht“, also unter einer Brücke, über die Leichen und Hochzeiten gehen, über die ein Kindtaufszug oder eine Leiche geht, oder die letzte Leiche getragen worden ist. Bald lautet die Weisung, gegen den Strom zu schöpfen, bald mit ihm. Mitunter wird in derselben Gegend beides empfohlen. In Neuermark a. Elbe hat das Osterwasser nur Kraft, wenn der Wind beim Schöpfen von Osten nach Westen geht. Bevor man sich darin wäscht, muß man es in die Sonne stellen In Ungarn ist am Ostertage jedes Wasser gesegnet, das man gegen Osten gekehrt schöpft.

Quellen:
rabenbaum.com
rabenseiten.de
energievoll.ch
suite101.de
heilige-quellen.de
runenkunde.de
ostersprueche.org
jahreskreis.info
artedea.net

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