WP_20150502_19_49_55_Pro

Namen: Beltane, Feuerfest, Blumenfest, Beltaine, Walpurgis, Walpurgisnacht, Hohe Maien
Kategorie: Hauptfest, Mondfest zu Vollmond, keltisch
Datum: beweglicher Feiertag am 5. Jahresvollmond (um den 30. April, die Nacht zum 1. Mai)
Astrologischer Zeitpunkt: Sonne ca. 15° (Mitte) im Stier
Bedeutung im Jahresrad: Mitte des Frühlings, als Wendepunkt Beginn der Reifezeit
Christliche Entsprechung: Maifeiertag
Art des Feiertages: Fest des Feuers, der Blumen und der Liebe, auch Walpurgisnacht
Symbole: Feuer, Blumen, Maibaum

Bedeutung:
Beltane bildet als Hauptfest die Achse zu Samhain, welche das Jahr in eine helle beziehungsweise dunkle Seite, einen Jahrestag und eine Jahresnacht, ein Sommer- und ein Winterhalbjahr teilt. Ab Beltane steigt die Sonne weiter bis zur Sonnenwende, und die helle Jahreshälfte beginnt. Mensch und Vieh können endlich die beengende, düstere Behausung verlassen. Von jetzt ab spielt sich das Leben wieder im Freien ab.

Beltane (auch Walpurgisnacht genannt) gilt als der höchste Feiertag unter den Hexen. Diese trafen sich aus allen Teilen des Landes, um ein wildes und ekstatisches Fest zu feiern, wobei sie angeblich nackt um ein Feuer tanzten. Den Hexen wurde schon immer sehr viel magisches Wissen, ebenso wie Heilkraft und die Kunst des Orakelns zugesprochen.

Dadurch waren sie den Menschen unheimlich, und deshalb hat die Walpurginacht für den Durchschnittsmenschen auch so einen gruseligen Aspekt, obwohl sie nichts anderes als das eigentlich fröhliche Maifest ist, das Fest der Reinigung und der Fruchtbarkeit, der Zeit der Stärke und Reife, der Liebe und Lebensfreude. Beltane symbolisiert den Wunsch nach Kindern, nach fruchtbarer Erde und nach fruchtbarem Vieh.

etymologisch:
„Beltane“ bedeutet „Feuer des Bel“ (vom gallischen Gott Belenos), wird heute in Heidenkreisen aber allgemein mit „leuchtendes Feuer“ oder „glückbringendes Feuer“ assoziiert, denn der Gott Bel ist „der Leuchtende“. Belenos ist der keltische Lichtgott, der dem germanischen Balder (Baldur) entspricht. Manche sehen in Belenos auch eine Verbindung zum Gott Baal (hebr.: Herr) des Mittleren Ostens.

Beltane ist ein alter keltischer Name für dieses Fest und ist abgeleitet vom irisch-gälischen Wort „Bealtaine“ oder dem schottisch-gälischen Wort „Bealtuinn“, die beide dasselbe bedeuten. Im modernen Irischen bedeutet Beltane einfach Mai.

Walpurgisnacht ist eine Bezeichnung in Ahnlehnung an die heilige Walpurga beziehungsweise Walburga (siehe Christen).

Zeitpunkt:
Beltane wird am 5. Jahresvollmond nach dem der Wintersonnenwende folgenden Neumond gefeiert. Als Annäherungsdatum wird der Vollmond um den 30. April angenommen. Viele Heiden und Hexen schließen sich aber auch dem Volksbrauch an und feiern einfach ohne Rücksicht auf die Mondphase am 30. April in den Mai.

Jahresrad:
Beltane ist als Mitte des Frühlings auch der Übergang vom Frühling zum Sommer. Es ist auch als Cetsamhain (Gegen-Samhain) bekannt weil Beltane im Jahresrad Samhain genau gegenüber liegt und die helle Jahreshälfte einleitet, Samhain dagegen die dunkle. Samhain und Beltane enthalten eine Reihe paralleler Punkte, allerdings unter unterschiedlichen Vorzeichen.

Zu Samhain muß in Feld und Flur alles abgeräumt, zu Beltane, spätestens bis zum ersten Kuckucksruf, der Weizen im Boden sein. Zu Samhain kommt das Vieh von der Sommerweide zurück, zu Beltane treibt man es hinaus. Zu Samhain gehörte die Pacht bezahlt, Knechte und Mägde kamen nach Hause, zu Beltane wurde die Pacht speziell für Weide- und Grasland ausgemacht und wer immer eine Möglichkeit dazu hatte, verdingte sich auf den reicheren Höfen zur Sommerarbeit. Samhain war ein beliebter Hochzeitsmonat, zu Beltane wurde davon abgeraten, denn Babies, die im Juni zur Welt kamen, hatten eben bessere Chancen als Januarkinder. Das Feuer zu Samhain besitzt vorwiegend Schutzcharakter, das zu Beltane ist vorwiegend ein Freudenfeuer.

Natur:
Im Mai lebt die Natur auf. Das zarte Grün des Frühjahrs wird ersetzt durch die kräftigen Farben und Blüten des jungen Sommers. Wenn das Wetter wärmer wird und alle Pflanzen blühen, herrscht ein ausgelassenes Gefühl. Die Tiere des Waldes sind nun besonders aktiv und laut. Alle freuen sich darüber, daß die Natur in voller Fruchtbarkeit und voller Blüte steht.

Die Birken leuchten schon seit Tagen in der Pracht ihres frischen, hellen Grüns und auf dem Waldboden blühen bald die Maiglöckchen. Aber noch ist die Wärme mild und die Erde duftet frisch, die Sonne schmunzelt eher, als daß sie lacht, und der Wind ist angenehm lau.

Für die damaligen Bauern brach die Natur auf, die Sonnenkraft nährte und stärkte alles. Die Leichtigkeit griff um sich, und die Zeit des Mangels und des Sparens war vorbei. Nun begann wieder die Zeit, in der man direkt von der Natur versorgt wurde und nicht mehr auf das Eingemachte zurückgreifen mußte. Die Heuernte ist das erste Geschenk der Natur an die Menschen, und es ist die Zeit des Viehaustriebs, bei dem das Vieh auf die frischen Weiden kommt.

Heiden:
Der Maibaum, um den die Leute tanzen und der ihnen Fruchtbarkeit verspricht, ist zugleich phallischer Repräsentant des Weltbaums und Symbol für die maskuline Kraft der Sonne, die in den vaginal-symbolischen Blumenring an der Spitze eindringt, der für die weibliche Erde mit ihren nährenden Kräften steht. Manche sehen aber auch das Loch im Boden, durch den der Maibaum in die Erde eindringt, als femininen Aspekt an.

Es werden die untrennbaren Kräfte der Sonne und der Erde symbolisiert. Mutter Erde (die Göttin) wird von der Sonne (dem gehörnten Sonnengott) befruchtet. Die Sonne zeugt sich selbst, weil sie weiß, daß sie das Jahr nicht überleben wird, doch im Leib der Erde wächst ihr neues Ich heran und wird in der dunkelsten Nacht des Jahres, zum Julfest (21. Dezember), wiedergeboren. Somit ist die Sonne in der Erde unsterblich, denn wenn sie stirbt, ist die Erde bereit, ihr wieder neues Leben zu schenken.

Der Sonnengott ist zum Mann herangereift, die Göttin zur Frau. Sie tritt nun in ihre fruchtbare Reifephase ein und wird als gebärfähige Frau in Rot dargestellt. Die Bindung zwischen Beiden hat sich seit Ostara noch gefestigt, und beide geben nun ihrem Begehren nach, vermählen und vereinigen sich, um die nächste Inkarnation des bald sterbenden Sonnengottes zu zeugen.

Germanen:
Einer Quelle zufolge ist diese Nacht der teutonischen Erdmutter Walburg gewidmet, anderen Informationen zufolge haben sich die nordischen Götter Odin und Frigg (oder Freyja) symbolisch, sexuell vereinigt und damit ein fruchtbares Jahr geschaffen.

Das Fest war der Göttin Frigg geweiht, der Herrin über Magie und Liebe, aber auch der Vanengöttin Freyja. Beide stehen hier für Fruchtbarkeit und Zeugungskraft. Der Überlieferung zufolge brennt in der Walpurgisnacht eine blaue Flamme über vergrabenen Schätzen. Das Feuer hat in dieser Nacht eine besondere magische Kraft. Es kann dazu verwendet werden, böses wyrd (altnordisch: Schicksal) abzuwenden oder Tiere durch seinen Rauch zu segnen.

Bei den Germanen fanden Jungfernversteigerungen statt, wo sich die jungen Männer ihre Braut ersteigern konnten. Natürlich mußten die Mädchen nicht teilnehmen, alles geschah auf freiwilliger Basis. Junge Paare wälzten sich nackt im Tau auf der Wiese, um die Fruchtbarkeit der Natur auf sich zu übertragen.

Bei den Waldhochzeiten verbrachten junge Männer und Frauen die ganze Nacht im Wald um den Sonnenaufgang am ersten Maimorgen zu begrüßen und sie kamen am nächsten Morgen mit Blumen und Blumengirlanden zurück ins Dorf um es zu schmücken. Die Kirche versuchte dieses Treiben zu unterbinden, und erst lange nach dieser Zeit ersetzte sie das alte heidnische Handfasting durch ihre Form der Heirat.

Kelten:
Beltane war für die Kelten das Fest des Lichtgottes Belenos. Es wurde mit riesigen Lagerfeuern gefeiert, um das Wiedererstarken der Sonne nach dem Winter zu begrüßen. Diese großen Feuer sollten mit ihrer Wärme den unterirdisch schlafenden Erddrachen aufwecken, der mit seiner Kraft die Fruchtbarkeit der Äcker und des Viehs sichert.

Die alten Kelten zelebrierten ihr Feuer- oder Blumenfest auf verschiedene Art und Weise. Einige trieben Tierherden durch zwei große Feuer hindurch. Damit wurde die reinigende Kraft des Feuers symbolisch dargestellt, welche die Tierherden vor Krankheiten schützte. Im Beltane-Ritual feierten die Kelten außerdem die Vereinigung der Göttin Cerydwen mit dem gehörnten Gott Cerunnos. Ihre Vereinigung brachte neues Leben auf die Erde.

Aber nicht nur die Götter vereinigten sich in der Beltane-Nacht, sondern auch die Menschen taten es ihren Gottheiten in freier Natur gleich. Für die Kelten war dies alles natürlich – das Leben war heilig, der Körper war heilig und auch die Vereinigung zwischen Mann und Frau war heilig. Beim Maitanz tanzten die jungen Menschen die ganze Nacht um das große Feuer, sangen und jubelten und erfreuten sich des Lebens.

Christen:
Der Kirche war das freizügige Beltanefest natürlich ein besonderer Dorn im Auge. Es wurde aus verständlichen Gründen vom Volk auch viel zu gern auf traditionelle Art gefeiert, als daß eine radikale Einverleibung möglich gewesen wäre. Also versuchte man es zu verdammen, in dem man die „sündigen“ Frauen als Hexen und den oft auf dem Fest dargestellten gehörnten Gott als Teufel darstellte (dieser war aber der keltische Cerunnos oder der Hirtengott Pan und stand nur für die Männlichkeit, hatte aber mit dem Teufel nicht das geringste zu tun). Doch das fruchtete nicht so recht und hatte lediglich die Auswirkung, daß Beltane als Walpurgisnacht zum bekanntesten Hexensabbat wurde, seine Faszination beim Volk aber beibehielt.

Die Kirche erklärte daraufhin die Walpurgisnacht zum Feiertag der englischen Heiligen Walburga (oder auch Walpurga). Sie war eine angelsächsische Missionarin, die 710 der südenglischen Grafschaft Dorset im angelsächsischen Königreich Wessex geboren wurde. Sie war die Tochter des heiligen Richard von England und der heiligen Wunna (Schwester des heiligen Bonifatius). Sie hatte fünf Geschwister, u.a. den heiligen Willibald (später Bischof von Eichstätt), der wie sie selbst Missionar war, und Wunibald.

Es wird angenommen, daß Walburga wie viele ihrer Verwandten sehr jung vermutlich in das Doppelkloster Wimborn, das Hauskloster der Königs von Wessex, gegeben wurde. So hat Walburga ihre Jugend in einem Kloster verbracht, das nicht nur durch die Härte seiner asketischen Disziplin glänzte, sondern auch offen war für das angelsächsische Geistesleben (griechische und römische Literatur).

Um 748 wurde sie von ihrem Onkel Bonifatius nach Deutschland berufen den sie auf seiner Mission dorthin begleitete. Dort weilte sie im Kloster Tauberbischofsheim, geleitet von ihrer Verwandten Lioba. Es gilt es als sicher, daß Walburga 761 als Äbtissin das 751 von ihrem Bruder Wunibald gegründete Benediktiner-Männerkloster in Heidenheim übernahm und es nach Gründung eines Frauenklosters zu einem Doppelkloster erweiterte.

Man weiß nicht genau, wann Walburga starb, die letzten sicheren Aufzeichnung ihres Wirkens stammen aus dem Jahr 777. Falls man der Eichstätter Klostertradition Glauben schenkt, nach der sie am 25. Februar, und zwar an einem Donnerstag, verschieden sein soll, kämen als Todesjahr 779 oder 780 in Betracht. Verschiedene Gründe geben dem Jahr 779 den Vorzug. Sie ist also etwa 70 Jahre alt geworden. Nach ihrem Tod fiel das Benediktiner-Doppelkloster an den Bischof von Eichstätt, nämlich ihren Bruder Willibald, zurück.

Der Gedenktag der heiligen Walburga ist danach ursprünglich der 25. Februar, ihr vermutlicher Todestag. Nach ihrem Tode fand ihre Person wenig Beachtung, was durch die Auflösung des Klosters zu erklären ist. Sie soll um 880 dem Bischof Otgar von Eichstätt erschienen sein und sich beklagt haben, daß sie von den „schmutzigen Füßen der Werksleute täglich getreten werde“.

Nach dem Chronisten Wolfhard war es ein Zufall, der zur Entstehung des Walburga-Kultes beigetragen hat. Es war der Einsturz der nördlichen Kirchenmauer, der Bischof Otgar veranlaßte, Walburgas Gebeine zu erheben und sie feierlich an einem 21. September nach Eichstätt in die Kreuzkirche (die später Benediktinerinnen-Abtei wurde) zu überführen. Mit der Elevation und Translation der Gebeine wurde ihre Heiligsprechung vollzogen und damit der eigentliche Grund zur Verehrung gelegt.

Walburga ist mit ihrem Onkel Bonifatius eine der Schlüsselfiguren der christlichen Frühzeit des Frankenreiches und eine Persönlichkeit der sakralen Politik und Gesellschaft des abendländischen Mittelalters. Eine Ballung der Verehrungsorte findet man im nördlichen West- und Mitteleuropa. In Deutschland, Österreich, Südtirol, der Schweiz, der Niederlande, Belgien und im Norden Frankreichs häufen sich die Patroninnen und Reliquienstätten der Heiligen. Hier galt sie als Schutzheilige gegen die Normannengefahr des 9. und 10. Jahrhunderts.

Vor 1069 überführte Bischof Anno die Hirnschale und den Reisestab der Heiligen in das Kloster Walberberg (bei Bonn). Sie werden bis heute in der dortigen Pfarrkirche verehrt. Die Adelsgeschlechter machten Walburga zur Hausheiligen. Später galt sie auch als Schutzheilige gegen wikingische Piratenhaufen, die meist von Rheindelta aus Frankreich, Flandern und die Niederlande terrorisierten.

Im Spätmittelalter, als Seuchen und Unterernährung verbreitet waren, wurde die Heidenheimer Äbtissin zur Nothelfer- und Spitalheiligen, wozu das auch heute noch zu bestimmten Zeiten an ihrem Schrein sich bildende sog. „Walburga-Öl“ beitrug. Wie das gesamte Wallfahrts- und Reliquienwesen am Ausgang des Mittelalters eine wuchernde Blüte zeigte, so stieg auch der Walburgakult, der bis zum heutigen Tage seine Bedeutung behalten hat.

Ihr Namenstag wird am 25. Februar oder auch am 1. Mai gefeiert, und sie wurde als Beschützerin vor Zauberei und Hexerei angerufen. Dem Volksglauben nach versammelten sich die Hexen während der Walpurgisnacht auf dem Brocken (Harz) oder dem Blocksberg und feierten ihre Zusammenkunft mit dem Teufel. Ein tatsächlicher Zusammenhang zwischen der heiligen Walpurga und der Walpurgisnacht ist nicht bezeugt.

Die Tatsache, daß Walpurgis die Nacht der großen heidnischen Feiern war, versuchte man dann kirchlicherseits so zu erklären, daß die heilige Walpurga so fromm war und so um die Reinheit der Frauen bemüht war, daß der Teufel ihren heiligen Tag ganz besonders entweihen will. So wurde sogar die Ursache der Datierung ins Gegenteil verkehrt.

Wieder einmal wurde ein Versuch der Christen unternommen, einen hohen heidnischen Feiertag für sich zu vereinnahmen und das heidnische, sexuell geprägte Festtreiben zu verteufeln. Im Valentinstag finden sich ebenfalls Elemente, die an Beltane erinnern.

Die Prozession zu Pfingsten ist ein seit der griechischen Antike als Pentekoste bekanntes Datum, das nicht nur für 50 Tage nach Ostern steht, sondern sich mit Pan, dem schelmischen Gott der Lüste verbindet und durchaus für die geistige und körperliche Empfängnis steht. Mit dem Baumschmuck im Dorf, mit dem Blumenstreuen und den vielen mitgehenden Kindern ist die Bitte verbunden, den Kindersegen nicht versiegen zu lassen. Die im Marienmonat Mai abgehaltenen Marterlwege, Bitt- und Feldgottesdienste sowie Wallfahrten deuten darauf hin, daß hier ein Gegengewicht zum ausschweifenden Beltane gesetzt wurde.

Besonders Orte, die mit dem Ruf, Kindersegen hervorbringen zu können und auch unfruchtbaren Frauen zu helfen behaftet sind, werden im Mai bevorzugt aufgesucht. Marienwallfahrtsorte mit einer Quelle sind besonders beliebt. Nicht vergessen darf man, daß viele Kapellen an der Stelle alter, heidnischer Kultsteine errichtet wurden und in der Mehrzahl der Maria geweiht sind, auch nur eine Wandlung der ursprünglichen heidnischen Fruchtbarkeitsgöttinnen. Daher können es durchaus noch Orte mit besonderer Kraft sein.

historisch:
Der Maibaum und besonders die um ihn stattfindenden Tänze waren bei christlichen Vertretern seit jeher unbeliebt, und er wurde während der puritanischen Herrschaft in England 1644 bis 1661 verboten. So hat also ein unübersehbares phallisches Symbol in all seiner Urtümlichkeit bis heute überlebt.

Selbst der Staat hat irgendwann dem Bedürfnis des Volkes, in den Mai zu tanzen und die Nacht zum Tag zu machen, nachgegeben und den 1. Mai zum Feiertag erklärt. Am sogenannten „Tag der Arbeit“ kann man sich ausschlafen und von der anstrengenden Nacht erholen. Dieses Mal hat ein heidnisches Fest seine moderne Entsprechung im staatlichen Maifeiertag gefunden, nicht in einem kirchlichen Feiertag.

Brauchtum:
Zu Beltane (auch Bealtaine) oder Walpurgis gingen die Leute (nicht nur die Hexen) auf eine Waldlichtung und entzündeten ein großes Feuer. Das Beltanefeuer wurde ursprünglich aufgeschichtet, weil die Frauen loszogen, um alte, trockene (unfruchtbare) Reisigbesen zu verbrennen, heißt es. Die Männer kamen später nach und vollbrachten auf dem Weg dorthin allerlei „männliche“ Kämpfe (Balzrituale).

Der Gang zwischen zwei Beltane-Feuern reinigt und hält Seuchen fern, so der Volksglaube. Zu Beltane trieben die Druiden das Vieh zwischen zwei Feuern hindurch, um es vor Krankheiten im kommenden Jahr zu schützen. Wie zu Samhain, das am Jahresrad gegenüber liegt, steht zu Beltane die „Anderswelt“ für Reisen offen. Daher ist die Walpurgisnacht ein magisches Datum und bekanntlich auch das größte Fest der Hexen.

Viele Beltane-Riten leben heute in bäuerlichen Maibräuchen fort. In verschiedenen skandinavischen Regionen wird diese Nacht damals wie heute ausgelassen und fröhlich gefeiert. Alle freuten sich, daß der Winter überstanden war. In langen Prozessionen wurden die Felder abgeschritten, Blumen gepflückt und die neue Fruchtbarkeit begrüßt. In Großbritannien endet zu diesem Zeitpunkt die Schonzeit für den Hasen, dem Mondtier der Fruchtbarkeit.

Auch bei diesem Fest erhält der Baum seine Beachtung, meist die Birke, manchmal auch die Weide. Ein Brauch, der von Süddeutschland bis nach Skandinavien bekannt und gepflegt ist, ist das Aufstellen des vom keltischen Baumkult übriggebliebenen Maibaums. Dieser wird gefällt, geschält, und es bleibt nur eine kleine Krone übrig. Diese wird dann unter lauten Gesängen und Tänzen von jungen Männern und Frauen mit bunten Bändern (vielleicht kommt daher der Begriff des „Anbandelns“?) und Eierschalen geschmückt, in der Ansiedlung umhergetragen („den Mai bringen“) und schließlich aufgestellt. In jedes bunte Band kann ein Wunsch eingebunden werden. Traditionell sind die Bänder grün, weiß und rot.

Die Leute tanzten lustvoll die ganze Nacht um das Feuer und den aufgerichteten Maibaum herum, sangen und tranken. Der Bändertanz war der Beginn des Fühlung Aufnehmens mit dem anderen Geschlecht. Nach heidnischer Tradition muß der Tanz um den Maibaum allerdings „widdershins“, also gegen den Uhrzeigersinn (retrograd) durchgeführt werden, weil der Mond ebenfalls dieser Richtung folgt, was später von der Kirche verteufelt wurde (aus demselben Grund hatte der ebenfalls widdershins getanzte Wienerwalzer ein so verruchtes Flair).

Die Bemühung der Kirche, die Seite links zu verteufeln, findet sich noch in sprachlichen Begriffen wie „linkisch“ oder „das war link“, während die rechte Seite in Begriffen wie „Rechtschaffenheit“, „Gerechtigkeit“, „richtig“ usw. vorkommt. Die rechte Hand gilt als „gute Hand“. Im Spätmittelalter wurde das Tanzen gegen den Uhrzeigersinn als angebliche Entweihung heiliger kirchlicher Festtage unter Strafe gestellt.

Bei vielen Ritualen zu Beltane verteidigten die Frauen das feminine Loch im Boden zunächst gegen die Männer, die den phallischen Maibaum darin aufstellen wollten. Es war kein Kampf der Geschlechter, sondern ein mehr ein Necken und Fordern, ein erotisches Spiel, das die Sinne in Wallung bringen sollte. Auch kürte man eine Maikönigin und einen Maikönig, die Erde und Sonne und deren Hochzeit symbolisieren. Zu Beltane wurde die Vereinigung gefeiert, doch nicht nur die körperliche sondern auch die seelische.

Manchmal wurde der Maibaum auch noch eingeseift, und junge unverheiratete Männer mußten auf die Spitze klettern, um ihre Männlichkeit zu beweisen. Das Stehlen, Umkippen oder Fällen des Maibaums eines Nachbardorfes gehört zu den Traditionen, mit denen das Christentum über die heidnische Sitte siegen wollte – wie man sieht, ohne Erfolg.

Ein weiterer Brauch war der Maistrich, ein mit Farbe auf der Straße gezogener Strich zwischen den Haustüren von Verliebten oder von zwei jungen Menschen, welche die Dorfjugend gerne als Paar sehen würde. Oft verband der Maistrich aber auch aus Jux jene, von denen angenommen wurde, sie könnten sich nicht ausstehen. Die jungen Männer brachten ihrer Angebeteten auch eine geschmückte Birke als Liebesbeweis, während zickige und hochnäsige junge Frauen auch schon einmal einen Sack Sägemehl vor die Tür gestellt bekamen.

In dieser Zeit um Beltane suchten sich die jungen Frauen die stärksten und schönsten Männer, damit starke und gesunde Kinder entstehen konnten. Während im beginnenden Frühjahr die Liebespaare sanft und mit Distanz liebäugelten, war Beltane die Zeit, in der diese Liebesbeziehung nach außen bekundet wurde. Wer zu Beltane mit seiner Liebsten über das Feuer sprang, der galt als verlobt. Aber allem gemeinsam ist das ausgelassene Fest. Durch ekstatische Tänze und Gesänge wurde die Stimmung angeregt.

Und dem Höhepunkt des Festes, nach dem Sprung über das Feuer, verschwanden vor Sonnenaufgang dann nach und nach die einzelnen Pärchen und solche, die sich gefunden hatten, ganz unauffällig und mit einem Augenzwinkern im Wald und liebten sich. Rituelle Liebesakte auf den Feldern sollten die menschliche Fruchtbarkeit auf die Felder übertragen. Eine Zeit der überschäumenden Lebensfreude nahm ihren Anfang – nicht umsonst spricht man vom Wonnemonat Mai.

Man erzählt sich, daß der Morgen des ersten Mai ein magischer Moment allergrößter Kraft für das Wasserelement sei. Die Jungfrauen gingen aus, um ihre Gesichter im Morgentau zu waschen, und die Heiler sammeln „wildes Wasser“ (Tau- Fluß- oder Meerwasser), das für das kommende Jahr als Basis für heilende Medikamente oder Tränke dient. Mairegen, Maitau und vor Sonnenaufgang geschöpftes Maiwasser wurden als heilend, segnend und schützend angesehen.

Sehr lange hielt sich in ländlichen Bereichen der Brauch, drei Kreuze und bestimmte Kräuterbüschel an die Stalltüren zu heften um das Vieh vor den Hexen zu schützen (dabei haben die Hexen in dieser Nacht doch ganz andere Dinge zu tun). Wie auch zu Samhain ist die „Weltendecke“ zu Beltane ganz besonders dünn, und Wesen aus der Anderswelt können herüberkommen, so der Volksglaube. Alle Arten von Trollen, Riesen und Geistern seien in dieser Nacht unterwegs und es sind spezielle Segnungen für diese Nacht überliefert, die das Haus vor ihnen schützen sollen. Nach nordischem Glauben war es angebracht, Opfer für die umherziehenden Wesen nach draußen zu stellen (etwa Brot und Met).

Vielerorts ist von der Bedeutung des Maifestes leider nicht viel übriggeblieben, und häufig reduziert es sich auf ein Saufgelage. Aber vielfach wird auch heute noch „in den Mai getanzt“ und die Maikönigin gewählt. In manchen Orten werden Linien auf die Straße gemalt, welche die Wohnungen von zwei Menschen verbindet, von der die Dorfjugend meint, daß diese gut zusammen passen würden. Und in der Nacht, in der die Erwachsenen mit dem Feiern beschäftigt sind, hat natürlich niemand ein Auge auf die Dorfjugend, welche diese Zeit hervorragend dafür nutzt, um allen möglichen Schabernack mit dem Hab und Gut der Nachbarn anzustellen.

Heute ist vielerorts die tiefergehende Symbolik der Maibräuche in Gefahr, in Vergessenheit zu geraten. Rund um den Vogelsberg in Oberhessen brannten noch um 1990 die Maifeuer zu Ehren des keltischen Gottes Belenos, für die tagelang Holz zusammengetragen und geschichtet wurde und wo man den Holzstoß rund um die Uhr bewachte, damit nicht die Jugend des Nachbarorts diesen frühzeitig abbrennen konnte.

Der Zweck dieser ursprünglich aus Eichen- und Eibenholz bestehenden Feuerstöße war Schutz vor bösen Einflüssen für Vieh und Mensch durch die reinigende Wirkung des Rauches und gleichzeitig ein Fruchtbarkeitszauber. Die Holzarbeit war in der Neuzeit brauchgemäß Sache der Burschen – doch entzünden mußten das Feuer ein Jüngling und ein Mädchen gemeinsam.

Im Verlauf der Nacht trieben die Jugendlichen als Hexen ihr Unwesen und stellten allerlei Schabernack an. Doch der Unfug ging viel zu oft, zum Teil durch Alkohol unterstützt, zu weit, so daß die Bewohner um ihr Eigentum fürchten und oft genug die Polizei bemühen mußten. Im Vorgarten abgekippte Mistwagen, zugeschraubte Scheunentore und ähnlichen Ausschweifungen überschreiten sicherlich auch den Sinn eines Feiertages.

Heute wird die mit dem Hexenflair behaftete Walpurgisnacht, neben ihrem Anlaß zu verschiedenen frauenrechtlichen Demonstrationen und Kundgebungen in Staat und Gesellschaft, von cleveren Geschäftsleuten besonders in der Harz-Region als Touristen- und Freizeitspektakel vermarktet. Im ganzen Harz sind jährlich ca. 150.000 Schaulustige zum Brocken unterwegs. Ähnliche Feste finden im Berliner Umland, im Museumspark Rüdersdorf (Märkisch Oderland) und als Teil des Mittelalterfestes in Bernau (Barnim) statt.

Jede wirkliche Hexe ist dadurch zwischen lautem Lachen und Weinen hin und her gerissen. Zum einen ist es traurig, wenn Tausende makeupverschmierte und mit Plastiknasen behängte Pseudohexen die alte Kultur mit Füßen treten, zum anderen ist es doch auch ein Zeichen, daß der christlichen Kirche die Ausrottung und Einverleibung der vorchristlichen Traditionen bis heute nie ganz geglückt ist.

spirituell:
Als Wendepunkt des Jahres beginnt nun die Reifezeit, in der die neuen Pläne allmählich immer mehr Gestalt annehmen und die neuen Aktivitäten des Lebens ihren Lauf nehmen.

magisch:
Die Macht dieser speziellen Nacht eignet sich für Divinationen aller Art. Man kann auch rituell zum Zeichen der Fruchtbarkeit eine Rübe oder einen Kürbis pflanzen, den man dann zu Samhain benutzen kann. Auf jeden Fall gehört ein Ritualfeuer zu diesem Fest.

Viele Magier feiern zu Beltane in Fruchtbarkeitsriten die Hierosgamos (griech.: Heilige Hochzeit), die Hochzeit eines Gottes mit einer Göttin (zum Beispiel Sonne und Erde), entweder als symbolische Vereinigung durch Eintauchen von Stab oder Dolch in Kelch oder Schale oder seltener sogar als tatsächliche, stellvertretend von Menschen nachvollzogene, rituelle sexuelle Vereinigung. Die Ausgestaltung des Festes, insbesondere beim Liebesaspekt, ist aber jedem selbst überlassen.

Quelle: die-dunkle-dimension.de

Advertisements