Namen: Lughnasad, Erntefest, Schnitterfest, Kornfest, Lughnasadh, Lammas, Haustblót
Kategorie: Hauptfest, Mondfest zu Vollmond, keltisch
Datum: beweglicher Feiertag am 8. Jahresvollmond (um den 31. Juli)
Astrologischer Zeitpunkt: Sonne ca. 15° (Mitte) im Löwen
Bedeutung im Jahresrad: Mitte des Sommers,
Christliche Entsprechung: Erntedankfest
Art des Feiertages: 1. Erntefest, Fest der Fruchtbarkeit und Ernte
Symbole: Sichel, Brot und Weizen

Bedeutung:
Lughnasad ist das erste von insgesamt drei Erntefesten. Es ist mehr ein Fest zur Freude über die beginnende Erntezeit, weniger – aber auch – ein Erntedankfest. Im heutigen Zeitalter des Welthandels, der Supermärkte, Kühltruhen, Konserven und ganzjährig verfügbaren Lebensmitteln ist kaum nachzuvollziehen, was dieser erste Erntetag in früheren Jahrhunderten für die Menschen bedeutete. Das Bauernvolk lebte von Ernte zu Ernte. Hoffen und Sorgen um Erntesegen bestimmte einst Denken und Brauchtum des bäuerlichen Menschen, bis Anfang August (nordisch: Ernting) die Feldernte einsetzte und im September das „Herbsten“ (das englische „Harvest“ bedeutet Ernte) des Obstes begann.

Normalerweise fielen die Sommermonate, vor allem die letzten „bitteren sechs Wochen“, mager aus. Die vorjährigen Kartoffeln (gab es erst im 16. Jahrhundert in Europa) waren aufgebraucht oder wertlos geworden, die neue Ernte war noch nicht reif. Teures Getreide muß zugekauft werden, für viele ein unerschwinglicher Luxus. Lughnasad wurde daher überall als Ende des unfreiwilligen Fastens herbeigesehnt und als Bitt-, Brot-, Korn- und Sportfest gefeiert. Es ist in seiner Essenz ein Fest der Lebensfreude, geprägt von dem Wissen, daß dunklere Zeiten (Winter) im Anzug sind.

etymologisch:
Der Festname Lughnasad (sprich: Lu-na-sad) oder Lughnasadh bedeutet im Keltischen „Zusammenkunft im Namen des Lugh“ und kommt einerseits von „nasad“ (Zusammenkunft) und andererseits von Lugh, dem Gott druidischer Weisheit, der Odin entspricht. In Frankreich hieß er Lugos und in Wales Lleu. Er war ein schöner junger Kämpfer, zum Teil Formorii (Meeresdämon), da sein Großvater der Dämon Balor war, den Lugh schließlich tötete.

Lugh ist der Patron der Gelehrten, Handwerker, Krieger und Magier. Lugh ist auch bekannt als Lugh Samildánach (der viele Künste ausübt) und Lugh Lámhfada (Lugh mit dem langen Arm, gemeint sind die Sonnenstrahlen). Es wird diskutiert, ob er als Sonnengott zu sehen ist, oder eher als Prinzip einer männlichen Vater-Gottheit. Lugh scheint, wie seine griechischen und römischen Entsprechungen Hermes und Merkur, bevorzugt auf Hügeln, Kuppen, Bergen verehrt worden zu sein. Vielfach wurde statt seiner aber auch Loki als Feuergott verehrt.

Das deutsche Wort Herbst und das nordische „haust“ (gesprochen: höist) bedeuten wie das englische „harvest“ eigentlich „Ernte“, so daß es in erster Linie ein Erntefest beziehungsweise ein Dankopfer für „gute Ernte und Frieden“ ist. Das altnordische „Haustblót“ bedeutet Ernteopfer.

Der nicht ungebräuchliche mittelalterlich-englische und schottische Name Lammas kommt vom altenglischen „hlafmesse“, neuenglisch „loafmass“ (Laibfest), weil dabei die ersten Brotlaibe aus dem neuen Getreide geopfert oder verzehrt wurden.

Zeitpunkt:
Lughnasad ist als Vollmondfest ein beweglicher Feiertag. Es wird am 8. Jahresvollmond gefeiert, also acht Vollmonde nach dem der Wintersonnenwende folgenden Neumond. Annäherungsweise kann man den Vollmond um den 31. Juli annehmen, aber das stimmt nicht immer. Natürlich kann man den Festtermin auch von dem Vollmond abhängig machen, welcher dem tatsächlichen Erntebeginn am nächsten ist, da es hierbei regionale Unterschiede gibt.

Jahresrad:
Lughnasad ist der Beginn der Ernte und gleichzeitig die erste Ernte im Jahr. Es ist neben Mabonad (23. September) und Samhain (um den 31. Oktober) auch das erste von den drei heidnischen Erntefesten. Der Erntebeginn markiert das Ende der Reifezeit. Von nun an fängt die Periode der Ernte an und die Tage werden wieder deutlich kürzer.

Natur:
Im August, wenn die Sonne ihre stärkste Einstrahlungskraft hat, stehen die Felder kurz vor ihrer vollen Reife, und die Zeit der Ernte naht. Gleichzeitig verbrennt aber bereits die Sonne die Erde und leitet somit in eine Phase des Absterbens über. Die Luft liegt flimmernd über den Feldern. Es ist die wärmste Zeit im Jahr, doch ab nun wird es wieder kühler. Das Tageslicht hat schon merkbar nachgelassen. Es ist das Fest des Wachstums und der Reife.

Heiden:
Zu Lughnasad brennt die Sonne am heißesten. Sie hat den Höhepunkt ihres Lebens längst überschritten und opfert sich und ihre Kraft der Erde. Aus der Verbindung von Erde (weibliches Prinzip) und Sonne (männliches Prinzip) gehen die ersten Früchte der Ernte hervor. Der gehörnte Sonnengott weiß, daß seine Tage gezählt sind, doch noch hat er die Oberhand über die Dunkelheit, denn die Tage sind noch immer länger als die Nächte.

Dennoch schwindet allmählich seine Kraft, und er überträgt sie der Erde, damit sie nicht verloren geht, sondern in die Ernte eingeht, durch die sie zu den Menschen kommt, damit diese die Kraft haben, die dunkle Zeit des Jahres zu überstehen. Außerdem stärkt er so seinen in der Göttin heranreifenden Sohn, in dem er zu Jul (21. Dezember) wiedergeboren werden wird. Die Göttin ist nun schon eine sichtbar schwangere Frau, denn auch hier zeigt sich die Reife, und wird weiterhin in Rot dargestellt.

Die Zeit des Erntebeginns steht für die Periode der Götter als Erwachsene. In diesem Lebensabschnitt beginnt auch der Mensch, die Früchte seines Lebens zu ernten. Rituell bitten viele Heiden um trockene, sonnige Tage, damit das Getreide eingefahren werden kann und der Wein die letzte Süße bekommt.

Germanen:
An Lughnasad wurde bei den Germanen zu Ehren Thors die Leinernte gefeiert. Der entsprechende Festmythos Skálskarparmál beschreibt, wie der Feuergott Loki, der hier für die Sommerhitze steht, das Haar (stellvertretend für das Korn) von Thors Frau Sif (Göttin der Geschicklichkeit und Kunstfertigkeit) abschneidet.

Beim Ägisdrekka (Ägirs Trinkgelage) beschimpft Loki in seiner berühmten Zankrede (Lokasenna) die Götter in Abwesenheit Thors und spottet über das Liebesverhältnis zwischen Himmel und Erde, das nun bald enden wird (Winter). Als Thor erscheint, und ihm droht, flüchtet Loki in Gestalt eines Lachses, wird aber gefangen und bis zum Ragnarök (Götterdämmerung, mythisch Samhain) in ein Netz gebunden.

Auch bei den Sachsen und Germanen wurde aus Anlaß des Brotfestes während einer rituellen Mahlzeit die erste Kornernte verzehrt. Haustblót (Ernteopfer) war bei den Germanen in erster Linie ein Erntefest beziehungsweise ein Dankopfer für „gute Ernte und Frieden“, die Segnungen der Vanengötter. Als Schutzgott der Bauern wurde dabei Thor besonders verehrt, und Freyja dankte man für die Fruchtbarkeit der Erde.

Die Menschen baten die Götter um eine gute Ernte und um den Schutz der Ernte vor Unwettern, damit die Ernte nicht vernichtet wird, und ehrten die ersten Früchte. In germanischen Opferriten wurde immer das Wertvollste geopfert, und das waren Pferde. Früher wurden an diesem Tag oft tatsächlich auch Menschenopfer dargebracht, meist wurden jedoch symbolisch Kornpuppen oder dem Land nach dem Abernten Blut geopfert.

In Island wurden zum jetzigen Zeitpunkt die Schafe von den Weiden getrieben und für die Zeit des Winters auf die Höfe verteilt. Ein durch Stein und Eisen geschlagenes Hagelfeuer wurde entzündet und es wurde zu Ehren von Thor, Sif aber auch von Loki gefeiert. Früher wurde für Thor ein Ziegenbock, ein Stier oder ein Widder geopfert. Heute wird anstelle der Tiere entsprechendes Bildgebäck verwendet (ein Brot in Form eines Widders). Sif werden Kornblumen und Getreide geopfert. Im Anschluß an das rituelle Trinken wurden die für den Winter benötigten Heilkräuter geweiht und zu Kräuterbündeln verschnürt.

Kelten:
An diesem Fest ehrten die Kelten Lugh und seine zwei Frauen mit dem Erntedankfest, und zu dieser Zeit wird das Korn am Feld abgeschnitten, so wie Lugh mit seinem Schwert aus Licht die Dunkelheit zerteilt. Der Großteil der Ernte ist eingebracht, die Sonne opfert als Kornkönig sich, ihre Kraft und ihr Leben der Erde für die Ernte, damit die Erde fruchtbar bleibt und alle immer genug Nahrung haben. Die Sonne bereitet sich auf den Tod vor, beginnt zu sterben und stirbt dann auch tatsächlich zu Samhain. Der Herbst beginnt mit Lughnasad, dem ersten der (mit Mabonad und Samhain) drei keltischen Erntefeste. Lughnasad bot den Kelten Anlaß zu Märkten, Spielen, gerichtlichen und politischen Beschlüssen. Feierlichkeiten zu Lughnasad sind überliefert aus Irland, Isle of Man, Schottland, Wales und Cornwall.

Das Fest des Lugh wurde der Legende nach vom Gott selbst in Tailtiu ins Leben gerufen, zur Erinnerung an seine Ziehmutter die Göttin Tailtiu oder Taillte. Die „Grabes-Spiele“ die bei diesem Fest abgehalten werden, dienen daher auch nicht der Ehrung Lughs, sondern dem Gedenken an den Tod seiner Pflegemutter Tailltiu. Deshalb heißen die Lughnasad-Feste in Irland auch oft „Tailltean-Spiele“. Es gab an den Tagen weder Kampfspiele noch Todesrituale. Lugh beherrschte dieses Fest, an dem Brot, Wein und Fisch gereicht werden und heilige Spiele und Sportwettkämpfe ausgetragen werden und Eheversprechen für ein Jahr und einen Tag abgegeben werden können.

Die keltische Mythologie ist voll von Geschichten über die Symbolik des Getreides. Die Kelten stellten aus Korn Puppen her und stellten diese auf ihre Felder. Zu Lughnasad nannte man diese Puppen „Kornmutter“. Ketten und Armbänder aus Getreide wurden hergestellt und als Amulette für Schutz und Fruchtbarkeit getragen. Lughnasad ist die Zeit der Gesundheit und der erotischen Energie. Zu dieser Zeit trafen sich die Leute und arrangierten Hochzeiten, bereinigten ihre Unstimmigkeiten und führten ihre Stärke und ihre Talente vor. Sportveranstaltungen, Pferderennen, Spiele, all das war zu Lughnasad an der Tagesordnung. Dies ist auch die Zeit, Öle und Essig aus frischen Blüten und Kräutern herzustellen.

Christen:
Die Angst der Römer und später der Kirche vor den Druiden bewirkte, daß Lughnasad nicht christlich vereinnahmt, sondern zum Unglückstag erklärt wurde. Lugh wurde mit Luzifer identifiziert, Lughnasad zum Tag vom Luzifers Sturz in die Hölle gemacht. Die Bauern übertrugen daraufhin die Lughnasad-Bräuche auf andere Erntefeste. Manche halten aber auch den Christopherustag am 25. Juli für einen von den Christen als Ersatz für Lughnasad eingeführten Feiertag.

Teile des Lughnasad-Brauchtums finden sich auch im bayrischen Maria Himmelfahrt am 15. August wieder. An diesem Tag werden zahlreiche Prozessionen gehalten. Kräuterbüschel, beispielsweise mit 7 oder gar mit 77 verschiedenen Kräutern, wurden und werden feierlich auf den Prozessionen mitgetragen, aufgehoben und später in den Rauhnächten rituell verräuchert. Ein alter Name dieses Festes ist daher auch „Maria Kräuterweih“. Die Parallelen zu Lughnasad sind unverkennbar.

Es muß davon ausgegangen werden, daß das ursprüngliche Brauchtum zu Lughnasad in Bayern vollständig in Maria Himmelfahrt aufgegangen ist. Damit hatte sich hier als einziger Fall im Jahreskreis der christliche Nachfahre eines heidnischen Festes nicht in unmittelbarer Datumsnähe erhalten können. Als Herbstbeginn in Bayern galt traditionell der Festtag des heiligen Bartholomäus am 24. August. Dies könnte aber auch mit den klimatischen Unterschieden zu den keltischen Ländern zusammenhängen, denn in Bayern kann es Anfang August noch sehr sommerlich und heiß sein, und der Gedanke an den Herbst liegt noch fern.

Am 1. August gab es einen christlichen Feiertag namens Petri Kettenfeier heißt. Dieser bezieht sich auf die in Apostelgeschichte 12 berichtete Befreiung des Petrus aus dem Kerker in Jerusalem. Die zurückgelassenen Ketten wurden nach der Legende von Eudoxia, der Tochter des Kaisers Theodosius und Frau des Kaisers Valentianus, als Reliquien einer Jerusalem-Wallfahrt nach Rom mitgebracht. Sie fügten sich zusammen mit denen, die Petrus als Gefangener Neros in Rom getragen hat und die von Balbina gefunden worden waren. Von Eudoxia veranlaßt, wandelte man den römischen Festtag des Kaisers Augustus am 1. August in Petri Kettenfeier um.

In der Kirche Sankt Pietro in Vincoli in Rom werden diese Ketten unter dem Hochaltar, in einem Renaissance-Tabernakel, aufbewahrt, die Kirche sei an einem 1. August geweiht worden. Nach orthodoxer Überlieferung wurden die Ketten aber nach Konstantinopel gebracht und dort in der Petrus-Kirche aufbewahrt. Die Ketten, mit denen Petrus gefesselt war, erhielten angeblich die Gnade jeden zu segnen, der sie verehrt, und jedem die Ketten von üblem Schicksal zu sprengen. Das Fest wurde 1960 aus dem römischen Kalender gestrichen.

Dem christlichen Aberglauben nach war der 1. August aber auch ein großer Unglückstag, weil an diesem Tag der Teufel durch Gott in die Hölle gestürzt wurde. Noch heute ist dieser Tag für manche abergläubische Christen ein Unglückstag. Um dem entgegenzuwirken, hängte man einen Zweig der widerstandsfähigen Eberesche mit den jetzt reifen Ebereschenbeeren als Glücksbringer an Häuser und Stallungen.

Der 1. August galt als sogenannter Schwendtag oder verworfener Tag. Solche Schwendtage galten früher während des ganzen Jahres als Besonderheit. Die Kirche konnte trotz großer Bemühungen den überlieferten Glauben, daß man an solchen Tagen nichts Neues anfangen solle, lange nicht ausrotten. Erst mit der modernen Zeit verlor sich dieser Glaube und nur noch wenige wissen überhaupt um diese Tage. Weitere Schwendtage im August sind der 17., 21., 22. und 29.

historisch:
Dieser Tag ist auch der griechischen Mondgöttin Artemis geweiht. Lughnasad taucht in alt-angelsächsischen Chroniken bereits im Jahre 921 als das „Fest der ersten Früchte“ auf.

Brauchtum:
Zu Lughnasad wurden die ersten Brotlaibe, Breie und Brötchen geopfert und während einer rituellen Mahlzeit verzehrt, die mit im Tempel oder sogar in der Kirche geweihtem Korn aus der neuen Ernte gebacken wurden. Alle Arbeitsgänge dazu mußten zwischen Sonnenauf- und -untergang ausgeführt werden.

Das Familienoberhaupt zupfte morgens unter Segenssprüchen feierlich die erste Garbe mit der Hand. Das Korn mußte dann am Feuer gedarrt werden, unter Umständen wurde es sogar auf einer Steinplatte verbrannt, so daß die gehärteten Körner übrigbleiben, denn nur diese wurden von den steinernen Handmühlen vermahlen. Nach mehrmaligem Sieben ließen sich aus dem Mehl Brei und Brötchen herstellen, die köstlich schmeckten.

Durch diesen Brauch der Opferung der ersten Brote aus dem vorab gepflückten Getreide wurde die Ernte im Grunde rituell vorweggenommen und auf diese Weise magisch gesichert, denn Kartoffeln (ab dem 16. Jahrhundert) und Korn mußten noch einige Zeit ausreifen, bis sie geerntet werden konnten. Mann wollte sich mit dem Ritual versichern, daß die Ernte nicht doch noch zuletzt zum Beispiel durch einen Sommerhagel gefährdet wurde.

Ergänzt wurde der Speiseplan mit Früchten und Beeren aus der nichtkultivierten Natur. Mutter Erde hatte zu dieser Jahreszeit nämlich eine zweite Ernte für ihre Kinder bereit, die Heidelbeeren. So gesichert durfte sich Lebensfreude und Zuversicht für die Zukunft wieder einstellen, und es waren vor allem Gruppen junger Leute, die sich nach dem festlichen Mittagsmahl aufmachten, um Heidelbeeren zu suchen (ein Brauch, der erst in den letzten Jahrzehnten nachgelassen hat). Es war eine der seltenen Gelegenheiten, bei der sich Jungen und Mädchen ohne die übliche, strikte Aufsicht der älteren Generation bei Singen, Tanzen und Spiel vergnügen konnten. Es überrascht nicht, daß Lughnasad häufig der erste Schritt in Richtung Ehe bedeutete.

Meist fanden diese Versammlungen junger Leute auf Hügeln statt, die ein prächtiges Panorama erlaubten, und ebenso oft waren diese Hügel bekannte „Feenhügel“, also Orte, die mit den Göttern verbunden waren. Hierbei handelte es sich ebenso um Bitt-, Opfer- und Dankgänge. In dieser Zeit machten die Menschen auch Ausflüge zu Quellen, Seen, Flüssen.

Die auf das Fest besinnende Zeit beginnt 15 Tage davor (um den 17. Juli, je nach Mondphase) und endet 15 Tage danach ( um den 15. August). Zur Zeit des Festes, der Hohen Zeit im Jahr, schloß man Ehen und auch kurzfristige Verträge ab und handelte mit Nutztieren aller Art.

Bis ins 19. Jahrhundert hinein wurden Kühe und Pferde, um sie für das kommende Jahr vor Krankheit zu schützen, an Lughnasad durch tiefes Wasser getrieben. Bei letzteren lief dies gern auf ein regelrechtes Rennen unter Wasser hinaus, denn junge Burschen ritten die Tiere gegeneinander unter den anfeuernden Rufen einer aufgeregten Zuschauermenge.

Wo früher die heißeste Zeit des Jahres durch die anstehenden Ernten für die landwirtschaftliche Gesellschaft eine Zeit harter Arbeit mit wenig Gelegenheiten für ausgedehnte Feiern mit sich brachte, macht die moderne Menschheit Urlaub und aalt sich an Meeresstränden und Baggerseen, nur hin und wieder aufgescheucht von einem heftigen Sommergewitter. Die Arbeit wird allenfalls auf Sparflamme betrieben. Hier ist also eine beinahe vollständige Umkehr der Gepflogenheit eingetreten.

spirituell:
An diesem Zeitpunkt der Ernte erntet man auch spirituell das, was man im Frühjahr gesät, sprich: sich vorgenommen und begonnen hat, und das hoffentlich nun Früchte trägt. Das Getreide wird geschnitten, ein Teil davon wird in Brot und Nahrung verwandelt, ein anderer Teil gelangt als Samen nächsten Frühling in die Erde und erzeugt das Leben neu. Insofern sind auch Gedanken über Opfer, Transformation, Tod und Wiedergeburt Bestandteil dieses Festes.

Lughnasad ist aber auch eine Zeit der Sammlung und Verinnerlichung, in der man die Keime für Dinge legen kann, die im Frühling wachsen sollen, auch im übertragenen Sinn. Die Kraft der sterbenden Sonne lebt im Korn weiter und schon bald wird auch sie selbst wiedergeboren.

Aber auch wer in der heißen Zeit Urlaub macht, kann spirituell angeregt werden, denn die Urlaubszeit ist auch eine Auszeit vom Alltag der normalen Welt. Oft in anderen Ländern mit anderen Bräuchen findet man Abstand zum täglichen Trott, kommt man mehr mit der Natur in Kontakt, und kann schlafen, träumen und über Dinge nachdenken, für die sich sonst keine Zeit findet.

 

magisch:
Auch rituell kann ein Erntedank ausgedrückt werden, gegenüber der Natur, den Göttern oder auch einfach so, aus Freude am Leben und im Gedenken, daß man sich glücklich schätzen kann, genug zu essen zu haben. In diesem Zusammenhang kann auch ein Opfer dargebracht oder im Rahmen einer rituellen Mahlzeit verzehrt werden. Hierzu eignet sich natürlich besonders frisch gebackenes Brot, aber auch Getreideähren, die im Ritualfeuer verbrannt und so der Natur zurückgegeben werden.

Ein Ernteopfer mag heute anachronistisch erscheinen, und natürlich ist es nicht wirklich erforderlich, aber Getreide wächst eben immer noch auf dem Feld in der freien Natur, und zum Glück noch nicht im Labor.

Quelle : die-dunkle-dimension.de

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