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Namen: Mabonad, Mabonadh, Mabon, Herbstfest, Weinfest, Erntefest, Herbst-Tagundnachtgleiche, Alban Elued
Kategorie: Sonnenfest Nebenfest, Sonnenfest zum Herbstäquinoktium, germanisch
Datum: 23. September (kalendarische Schwankungen zwischen 22. und 24. sind möglich)
Astrologischer Zeitpunkt: Sonne 0° (Anfang) in der Waage
Bedeutung im Jahresrad: Herbstanfang
Christliche Entsprechung: Erntedankfest
Art des Feiertages: 2. Erntefest, Herbstfest, Weinfest
Symbole: Weinrebe, Traube, Füllhorn

Bedeutung:
Dieses Fest ist das zweite, das mittlere Erntefest zwischen Lughnasad (um den 31. Juli) und Samhain (um den 31. Oktober). Auch hier wird wieder die Ernte gefeiert welche nun dem Ende zugeht. Diese Ernte ist nun aber die Ernte der Früchte, der Trauben und des Obstes. Es ist Zeit, Obstbrände, Fruchtweine, Met etc. anzusetzen. Es ist das Erntedankfest, an dem man glücklich und stolz auf das in diesem Jahr Erreichte zurückblicken kann.

etymologisch:
Mabonad oder Mabonadh hat seinen Namen nach dem keltischen Sonnenkönig Mabon und von „nasad“ (Zusammenkunft), also „Zusammenkunft im Namen des Mabon“. Dessen Name ist walisisch und bedeutet „großer Sohn“. Er war der Sohn der Madron oder Mordon (Erdmutter). Mabon tritt in der ersten Hälfte des Jahres hell und strahlend auf, und in der zweiten Hälfte des Jahres siecht er dahin, bis er zu Mabonad stirbt.

Mabon, der Sohn des Lichts, verschwand der Legende nach, als er nur drei Nächte alt war. Seine Mutter, die Erde, befand sich in bittersüßem Leiden. Obwohl niemand wußte, wohin Mabon verschwunden war, wurde er schließlich von den am Längsten auf der Erde lebenden Tieren, der Amsel, dem Hirsch, der Eule, dem Adler und dem Lachs, befreit.

Sie fanden Mabon in der Anderswelt, beziehungsweise der Bauchhöhle der Mutter Erde. Dies ist ein verzauberter Ort, aber auch ein Ort der Herausforderungen. Und nur an solch einem Ort konnte der Sohn der Erde wiedergeboren werden und zwar als der Sohn des Lichts. Das Licht des Mabon wurde so auf die Erde gebracht. Die germanische Entsprechung des Mabon ist der Gott Feyr.

Diese Legende Mabons ähnelt der vom griechischen Dionysos, der in die Unterwelt hinabsteigt und wiedergeboren wird. Auch die Mysterien des Dionysos, die Eleusinischen Mysterien der Antike wurden im Herbst gefeiert.

Das keltische Alban Elued (gesprochen: Alwan Elu-id) bedeutet „Licht des Wassers“.

Zeitpunkt:
Mabonad findet stets zur Herbsttagundnachtgleiche am 23. September statt. Weil es ein Sonnenfest ist, hat dieser Feiertag ein festes Datum. Die Sonne durchquert an diesem Tage auf 0° die Ekliptik, und deshalb herrschen auf beiden Erdhalbkugeln genau gleiche Lichtverhältnisse.

Jahresrad:
Mit dem Herbstfest, nach dem Hauptteil der Ernte, beginnt die dunkle und stille Zeit des Jahres, in der die Nächte länger als die Tage sind. Es ist das abnehmende Äquinoktium, das den Herbstanfang bezeichnet, und der Tag der Ausgeglichenheit zwischen Licht und Dunkelheit. Wieder ist Tagundnachtgleiche, sind die Kräfte des Lichtes und der Dunkelheit im Gleichgewicht wie zu Ostara, doch diesmal ist es die Dunkelheit, welche zunimmt und somit das Licht immer weiter verdrängt. Mabonad ist das Gegenstück zu Ostara, da beide zur Tagundnachtgleiche stattfinden. Das Äquinoktium stellt den Ausgleich zwischen Höchst- und Tiefststand der Sonne im Jahreskreislauf dar.

Natur:
Während das Frühjahrsäquinoktium Ostara das Licht ankündigt, so kündigt das Herbstäquinoktium die dunkle Jahreszeit an. Noch halten sich Tag und Nacht heute die Waage, doch man spürt deutlich, wie nun graue Nebel über das Land zu kriechen beginnen, Dunst liegt über den Seen und breitet sich manchmal schon wie eine feine Decke über die Felder aus. Das Licht bereitet sich aufs Sterben vor, und die Natur hat damit begonnen, sich zurückzuziehen. Die Natur verliert langsam aber sicher ihre Fülle, doch sie verabschiedet sich mit einem wahren Kunstwerk an Farben, welches nun Tag für Tag besser sichtbar wird. Die Nächte werden von nun an wieder länger, und man nimmt Abschied von der Wärme des Sommers. Eine deutliche Kühle kündigt den Herbst an. Eine neue Orientierung der Natur beginnt, die Vögel ziehen nach Süden, die ersten Blätter fallen, die Luft wird stürmischer. Die letzten Früchte, Pilze und Nüsse werden geerntet.

Heiden:
Zu Mabonad besteht gerade noch ein Gleichgewicht zwischen dem Licht und der Dunkelheit, aber ab jetzt werden die Nächte wieder länger als die Tage, und es zeichnet sich deutlich ab, daß die Sonne den Kampf verlieren wird. Der sterbende Sonnengott gibt seine letzte Kraft der Erde und bereitet sich darauf vor, in den Schoß der Erde zurückzukehren. Damit stärkt er die letzten Ernten und seinen in der Göttin heranwachsenden Sohn, in dem er nach seinem zu Samhain stattfindenden Tod und seiner Erneuerung zum Julfest wiedergeboren werden wird. Die Sonne wird schwächer, doch die Göttin spürt noch das Feuer, die Gegenwart des Gottes, auch wenn seine Kraft schwindet und er langsam verblaßt. Die deutlich sichtbar schwangere Göttin ist noch immer die fruchtbare Frau in Rot.

Das Fest steht am Ende der Erntezeit und verkündet auf seine Art das Eintreten der Ruhezeit des Winters. Es ist das zweite Mal, daß Tag und Nacht sich in einem Gleichgewicht befinden. An diesem Fest steht der Dank für die reichen Gaben der Erde im Mittelpunkt, denn sie ermöglicht, daß die Menschen den Winter und die Ruhe der Natur erleben dürfen und nicht zu darben brauchen.

Der Altar wird mit allem geschmückt, was die Natur in ihrer herbstlichen Pracht bietet, das erste bunte Laub, Zapfen von den Nadelbäumen des Waldes, Früchte und Gemüse aus zweiter Ernte, kleine Korngarben, Getreideähren usw., in hübschen kleinen Körben arrangiert oder einfach zwischen den Gerätschaften verteilt. Ein traditionelles Ritual an diesem Tag ist der Dank an die Götter mittels eines kleinen Feuer-Speisenopfers und die Segnung des Erntekorbes. Man begibt sich in Wald und Feld und sammelt Samen und Blüten zum Trocknen. Diese werden dann zur Dekoration oder für Rituale verwendet.

Germanen:
Bei den alten Germanen wurde um diese Zeit das große Herbstthing abgehalten. Sie dankten in erster Linie dem Donnergott Thor für die glückliche Einbringung der Ernte. Ihm zu Ehren klopft man auch heute noch dreimal auf Holz, wenn man jemandem Glück wünscht. Holz und die Zahl drei entsprechen dem Donnergott, und bei den Germanen wurde dieses Fest drei Tage lang gefeiert.

Den Göttern wurde dabei für die Ernte gedankt. Der tödlich verwundete Lichtgott Balder sinkt in die Unterwelt Hel (die Tage werden kürzer). Als Opfer wurde der letzte Apfel am Baum hängen gelassen, die letzte Wolle zwischen den Ohren beim Schaf nicht geschoren. Außerdem wird ein Eber geopfert und Wodelsbier gebraut. Odins Wölfen Geri (der Gierige) und Freki (der Gefräßige) wurden Milch und Brot geopfert.

Aus den letzten Korngarben auf dem Feld wurde ein Kranz geflochten oder man ließ vielerorts die letzte Garbe Korn auch stehen, ein für das weiße Pferd des Odin, Wotan oder „wilden Jägers“, dargebrachtes Ernteopfer, damit die Wachstumskraft von Odin/Wotan (Sonne) und Frigg (Erde) nicht ausgebeutet wurde und im nächsten Jahr die Kraft im Frühling wiedererweckt werden konnte. Die Ernte war schließlich das Ergebnis der Zeugung der Götter. Sleipnir hat acht Beine und diese sind die acht Feste des Jahreslaufes die es durchreitet, gemeinsam mit den Menschen (moderne Interpretation!).

Der Herbstreigen war ein Symbol des Sippenzusammenhalts, des gegenseitigen Betreuens, gleichsam als Einschwörung auf die drohende schwere Winterszeit. Die Sonne steigt nun in die „Unterwelt“ hinab, nach Utgard zu den Reifriesen und Drachen, deren Gewalt sie sich bis zur Wintersonnenwende nicht mehr entziehen kann. Als mahnendes Wintervorzeichen läßt sich auch der bekannte Brauch des herbstlichen Drachensteigens interpretieren und darf darum wahrscheinlich durchaus als eigenständiges Brauchtum gewertet werden, das also nicht etwa von ähnlichen chinesischen oder japanischen Bräuchen herrührt.

Sinnbildlich steht die Herbst-Tagundnachtgleiche in der germanischen Mythologie für den Übergang zwischen dem Erwachsensein und dem Alter. Zu dieser Zeit blickt der Mensch zurück auf sein Leben und dankt den Göttern für die Früchte seines Lebens, für die Gesundheit, für seine Kinder und vielleicht schon Enkelkinder, die Inkarnationen der eigenen Fruchtbarkeit sind, und für den Wohlstand, den er sich mit seiner Hände Arbeit geschaffen hat. Bei Frau und Mann macht sich nun die sogenannte „Midlifecrisis“ bemerkbar in der die Sexualität nochmals aufblüht. Stellvertretend für diese späte Blüte stehen Thor und Freyja, die zu diesem Feste angerufen werden.

Kelten:
Das Herbst-Äquinoktium ist für die Kelten nicht nur ein Moment kosmischer Balance, sondern auch ein Moment der Veränderung. Die Kelten schmückten zu Alban Elued ihre Türen und Fenster mit Kränzen aus Herbstblumen und Weintrauben.

Ein keltischer Brauch gebot, die letzte Garbe nicht zu schneiden, sondern die Halme oben zusammenzubinden und mit Feldblumen zu schmücken, etwa der Baldurblume und anderen Verwandten der Edelkamille, die für die Kelten ein Sinnbild für den weißen Lichtgottes Lugh waren. Man glaubte, daß sich die Kraft eines Feldes während des Abmähens in die noch stehenden Ähren zurückzieht. Mädchen und Schwangere wurden über die geschmückten Ähren gehoben, zur gegenseitigen Segnung von Erd- und Menschenfrucht. Oder man holte die letzte Garbe, feierlich mit Bändern und Blüten geschmückt, auf dem Erntewagen ein.

Diese Zeit war auch dem gehörnten Gott Cernunnos, dem Herrn des Waldes, geweiht und markierte den Übergang vom Herbst zum Winter. Aus diesem Grund war auch der Hirsch das heilige Tier von Alban Elued, denn er kann auch während der mageren Wintermonate im Wald überleben.

Christen:
Aus Mabonad wurde später ein ausschließliches Erntedankfest, welches von der Kirche übernommen wurde und am 29. September oder am ersten Sonntag im Oktober stattfindet. Aus dem Herbstreigen wurde die etwas spießbürgerlich gefeierte Kirchweih oder Kirchmeß, aus der schließlich in Form der dörflichen Kirmes das alte Brauchtum weitgehend verschwunden ist.

Als weiteren Ersatz schuf die Kirche am 29. September das Fest für den Erzengel Michael, dessen Fest auch der Michelsding genannt wird. Der Erzengel Michael wird mit Schild und Schwert dargestellt und da fällt sofort auf, daß der „Erzengel“ eigentlich Odin beziehungsweise Wotan ist und sich „-ding“ von „-thing“ herleiten könnte, ein Hinweis auf germanische Bräuche (s.o.). Es sei noch bemerkt, daß es auch den heiligen Oswald gibt, der in kirchlichen Bildern auf einem Königsstuhl sitzt, mit zwei Raben, die umherfliegen, und er selbst ein blindes Auge hat und einen Stab (Speer) in der Hand hält – ein Bild des Odin.

historisch:
Die Eleusinischen Riten waren das berühmteste Göttinnenfest im antiken Europa. Nach den Mysterien stieg die Göttin in die Unterwelt hinab, die Welt der Dunkelheit, wo sie sich um die toten Seelen kümmerte. Dieses Hinabgehen in die Unterwelt, dem Tod zum Trotz, wurde durch die zahlreichen Rituale und Prozessionen der Eleusinischen Mysterien gefeiert. Von überall her kamen die Menschen, um daran teilzunehmen, denn man glaubte, dadurch Glück und Weisheit zu gewinnen und durch die Göttin geheiligt zu werden.

Von der Tagundnachtgleiche am 23. September bis zum Ende des Monats September wurde jeden Tag ein anderes Ritual begangen und etwas anderes zum Gegenstand gemacht. Das Fest begann mit Prozessionen von Athen nach Eleusis. Die Teilnehmer legten heiliges Gerät zu Füßen der Göttin Demeter ab und badeten anschließend im Meer, legten neues Leinzeug an und gossen Trankopfer auf die Erde. Die Frauen und einige Männer versammelten sich zum Fackelzug, wenn sich die Prozessionen aufs neue formierten und durch die Tempel und Stadt zogen, um Persephone, beziehungsweise Kore zu suchen.

Bei diesen Feiern trugen die älteren Frauen Körbe mit der Habe der Göttin: einem Kamm, Symbol der Aphrodite, einem Spiegel, einer Schlangengestalt oder einer lebendigen Schlange (für die Wiedergeburt), Weizen und Gerste. Die Frauen fuhren in Ochsenkarren und riefen einander Ungehörigkeiten zu.

Der 24. September, der zweite Tag, war der Tag der großen Reinigung, und man nahm ein rituelles Bad im Meer. Die Initiierten wuschen damit alle Unwissenheit fort und wurden rein.

Am 25. September baute man einen Altar um einen Baum, dort verbrannte man Weihrauch und goß Trankopfer auf die Erde (als Symbol der Ehrfurcht vor der Erde).

Am 26. September fand eine große Prozession zur Feier der Erdgöttin Demeter statt. Begeistert riefen die Menschen dem Standbild der Göttin, das auf einem Wagen mitgeführt wurde, zu: „Heil Demeter!“ Alle waren festlich gekleidet und verbrachten den Tag in fröhlicher Ausgelassenheit.

Am 27. September veranstaltete man tagsüber und nachts große Fackelzüge. Das kennzeichnete den Beginn der eigentlichen Mysterien.

Am 28. September wurde die Heilige Nacht gefeiert. Bei diesem Ereignis reihte man sich hinter zwei verschleierten älteren Trauerfrauen auf, welche die Göttinnen darstellten. Auf der Brücke vor der Stadt traf man eine dritte Göttin, Baubo, die alte Närrin. Diese versuchte, die beiden anderen zum Lachen zu bringen und sie aus ihrer Traurigkeit zu reißen. Damals trank man dazu Kykeon, ein halluzinogenes Getränk, das die Frauen mitgebracht hatten. Baubo hob ihre Röcke und zeigte ihr Geschlecht, um Demeter zum Lachen zu bringen. Das hatte Erfolg, und nun ruhten die Göttinnen aus. Alle Festteilnehmer wurden zu einem erfrischenden Umtrunk eingeladen.

Es gab noch eine zweite Brücke über den salzigen Rheitoi, und hier mußten sich die Mystai (die Geläuterten) mit einer Parole identifizieren, um Zugang zum heiligen Ort Epoteia zu erlangen. Dann bewegte sich die Menschenmenge zu dem Platz, auf dem man ein großes Feuer aufgeschichtet hatte. Die Oberpriesterin rief Kore an, und ihre tatsächliche Gegenwart wurde spürbar. Mit dunklen Farben bemalt, saß sie als „Königin der Unterwelt“ im Tempel auf dem Thron. Die Mystai verbeugten sich zu ihren Füßen. Ihr Abbild war die Vision der weiblichen Quelle allen Lebens.

Das Korn, die Eucharistie der Göttin, wurde stumm geerntet. Gerste und Weizen ähneln im Aussehen stark den weiblichen Genitalien, und ihre Zurschaustellung beschwor die Verehrung der Weiblichkeit herauf. Die Teilnehmer gewannen ein tieferes Verständnis der Natur. Sie wurden „regeneriert“ und erhielten Demeters lebensspendende Kräfte, so wurden auch ihr Selbstgefühl und ihre Selbstachtung gestärkt, ebenso ihre Verantwortung für die Welt und alles, was damit zu tun hat, sowie die Verbundenheit mit der Göttlichkeit des Lebens.

Beim Anblick Kores stellte man sich der Tatsache des Todes. Das göttliche Mädchen hatte sich in eine alte Frau und wieder zurück in die junge Königin der Unterwelt verwandelt. Die Anwesenheit der Göttin gab den Menschen die Gelegenheit, ihren eigenen Tod als Teil des Lebens zu akzeptieren und die Angst vor dem Leben danach aufzugeben.

Am siebten Tag der Mysterien (29. September) wurden Spiele, Wettrennen und andere sportliche Wettkämpfe veranstaltet. Die Sieger wurden mit Lorbeer gekrönt und erhielten Korngaben.

Am achten und letzten Tag (30. September) wurden wieder Initiationen vollzogen, diesmal in den tiefen Höhlen des heiligen Tempels. Ein dortiges Fresko zeigt eine Szene mit drei Frauen: Eine ist in dunkle Farben gekleidet, eine ist nackt, und die dritte bekommt gerade das Haar abgeschnitten. Das Schneiden der Haare galt oft als Symbol für spirituelle Wiedergeburt.

Früher wurden in Westfalen und Holland am 16. und 17. September schon die ersten von mehreren Laternenfesten im Hinblick auf die kommende, dunkle Jahreszeit gefeiert.

Brauchtum:
Auch wenn die Felder jetzt leer und tot erscheinen, so ist doch die Ernte eingebracht. Die Freigiebigkeit der Natur ist auf ihrem Höhepunkt angekommen, und sie hat die Menschen reich beschenkt. Der junge Wein gärt, und die Speicher sind voll. Man dankt an diesem Tag für die Ernte auf den Feldern und für alles Gute, was man in diesem Jahr erlebt hat. Deshalb ist dies ein Grund, zu feiern und zu tanzen. Nach Beendigung der Erntearbeiten entzündete man Erntefeuer, die unter Lärmen umtanzt und übersprungen worden.

Das Herbst-Äquinoktium ist als Erntedank auch ein Opferfest. Mit dem Erntedank verband sich früher auch die Ehrerbietung an die Ahnen und die Besänftigung der dämonischen Kräfte. Die besten Früchte der Ernte wurden den Göttern, den Ahnen oder der Natur geopfert. Damit verliehen sie der Bitte Ausdruck, daß das nächste Jahr ebenfalls wieder fruchtbar werden möge.

Es gibt auch noch den Brauch, sich nach der Ernte auf dem Stoppelfeld zu wälzen, um die Wachstums-Energie des „Korndämons“ loszuwerden, da man sonst Kreuzschmerzen bekommen würde. Wälzen galt als ein altes Mittel gegen Kreuzschmerzen, aber das Loswerden von Energien durch Erdkontakt ähnelt doch sehr dem „Erden“ des Magiers.

Das Fest wurde mit Herbstfrüchten, Herbstblumen und Getreide gefeiert. Man dankte den Göttern, daß sie den Menschen genug Nahrung für den Winter gegeben hatten, verabschiedete den Sommer und bereitete sich auf die unfruchtbare, dunklere Zeit vor.

Ein wichtiges, auf der ganzen Welt verbreitetes Symbol der nahrungsspendenden Gottheit (Erde) ist die Kornmutter. In Indien ist es die Reismutter, in Amerika die Maismutter, die Roggenmuhme im alten Mitteleuropa und das Weizenbüschel in den eleusinischen Demetermysterien. Oft wird sie als Puppe aus den letzten Garben hergestellt, aufbewahrt und verehrt.

So wurde die letzte Garbe oft stehengelassen oder zu einer menschlichen Figur zusammengebunden. Sie galt als Ernteopfer für die Tiere und ihre Fruchtbarkeit sollte auf die Saat des nächsten Jahres übergehen. In ihr konzentrierte sich der Geist des Kornes, wenn alles andere schon gemäht war, daher galt die letzte Garbe als heilig, ihre Vernichtung (profanes Aufessen) als gefährlich.

Die Persönlichkeiten der Korngeister waren mal freundlich (Kornmutter), mal boshaft (Korndämonen), von Landschaft zu Landschaft verschieden. Vermutlich wurden sie als ambivalent angesehen, je nachdem wie günstig die Ernte ausfiel.

In Schweden und Dänemark wird aus dem Korn der letzten Garbe wird im Winter der Juleber gebacken. Das ist ein Brot in Schweinsform, das die ganze Julzeit über auf dem Tisch steht und dann im Frühling von dem Pflüger und seinem Vieh gegessen wird. Nirgendwo wird der Zusammenhang des Korngeistes und der höchsten Gottheiten so deutlich wie hier. Der Eber war zu germanischer Zeit sowohl Frey (der goldene Eber Gullinborsti) als auch der Freyja (der Eber Hildiswin) heilig. So wachten diese beiden Fruchtbarkeitsgötter, deren Namen einfach „Herr“ und „Herrin“ bedeuten, über den ewigen Kreislauf von Saat, Wachstum und Ernte, Frey als goldener Sonnengott, Freyja als Mutter und Schutzgöttin der Ernte.

Es gibt auch noch zahlreiche andere überlieferte Bräuche, zum Beispiel das Befestigen eines Hufeisens am Erntekranz anstelle des Pferdeopfers. Das Hufeisen wurde nicht, wie fälschlich von der Kirche festgelegt, wie ein Eimer mit der Öffnung nach oben aufgehängt, um das Glück, im materialistischen Sinne, zu fangen, sondern wie die Rune Uruz mit der Öffnung nach unten gehängt, wo es für Wohlstand und Vieh steht und so das alte Glückssymbol ist.

Die Schnitter schlugen mit den Sensen gegen den Schleifstein und riefen neunmal „Waut“ (Wotan) oder nach altem Brauch dreimal „Tyr“, auch „Tiu“ oder „Ziu“, wovon sich auch das heute noch gebräuchliche „Toi, Toi, Toi“ ableitet.

Als Erntefest wird Mabonad je nach Gebiet und Anbauart unterschiedlich benannt, zum Beispiel Haferfest in Schlesien, Winzerfest im Rheinland und Hopfenfest in Bayern. Daher gibt es oft auch verschiedene Traditionen, doch tragen sie alle gemeinsam den Gedanken des Erntedankes.

spirituell:
Während die Frühlingstagundnachtgleiche sich mit der bevorstehenden irdischen Fruchtbarkeit beschäftigt, weist die Herbsttagundnachtgleiche auf die bevorstehende, geistige Fruchtbarkeit hin. In der hellen und warmen Jahreszeit wurden Felder und Gärten gepflegt, aber nach dem Einbringen der Ernte hielt man sich oft im Haus auf, beschäftigte sich mit Handwerk und hatte dabei genügend Zeit, das bis dahin Erlebte zu überdenken und Revue passieren zu lassen. Gelegentlich stellten sich auf diese Art, im Gespräch mit anderen, neue Erkenntnisse ein. Die oft körperliche Schwerstarbeit des Sommers fand im Spätherbst und Winter ihren Ausgleich in körperlicher Ruhe.

Als Wendepunkt des Jahres beginnt nun die Ruhezeit. Es ist Zeit, einmal durchzuatmen und sich eine kleine Pause zu gönnen, bevor die letzten Arbeiten dieses Jahres anstehen und zu einem hoffentlich guten Ende geführt werden.

Die Sonne beginnt nun langsam zu sterben, und die Tage werden kürzer. Auch viele Menschen werden sterben. Doch der Gedanke an den Tod ist nicht mit Schrecken behaftet, denn der Tod gehört genauso zum Leben wie die Geburt.

magisch:
Nun beginnt eine ruhigere Phase, man hat Gelegenheit, sich wieder zu sammeln und neue Kräfte aufzutanken – bald beginnt ein neuer Zyklus des Wachsens, Reifens und Vergehens in dem man die aufgespeicherte Energie gut gebrauchen kann. Es ist auch die Zeit, zeremoniell-magische Utensilien und Werkzeuge zu reinigen und mit neuer Kraft aufzuladen.

Weil die meisten Menschen heute keine Bauern mehr sind und nicht aktiv an der Getreideernte teilnehmen, wird in den Opferritualen die Getreideernte symbolisch nachvollzogen. Für das rituelle Mahl oder das Opfer eignen sich frisch gebackenes Brot, Getreide, Fisch, Geflügel, Wild, Pilze, Wurzelgemüse, Kartoffeln, Maisbrot, Äpfel, Brombeeren, Johannisbeeren, Weißwein, Apfelwein und Traubensaft besonders gut.

 

Quelle: die-dunkle-dimension.de

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