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Imbolc ist ein Mondfest. Es wird am 2. Februar oder am 2. Vollmond nach Jul
gefeiert.
Imbolc wird unterschiedlich gedeutet, eine wahrscheinliche Bezeichnung lautet „im Bauch“. Das vom irischen Wort für „Milch“ abgeleitete “Oimelc”(Schafsmilch) ist auch ein Bezug zu den trächtigen Tieren, aber auch im übertragenen Sinne zu verstehen, denn im Bauch der Mutter Erde regt sich schon das Neue Leben, aber erst müssen noch kalte Wintertage überstanden werden.
Die christliche Kirche hatte im frühen Mittelalter den Festtag und seine Bräuche übernommen – aus der keltischen Göttin Brigid wurde die katholische Heilige Brigitta – um den Meschen das Überwechseln in den neuen Glauben leichter zu machen. Viele der alten Bräuche hielten sich bis heute, andere wurden im Zuge der Renaissance des keltischen Lebens wieder aufgegriffen. Irische Missionare verbreiteten die „heilige Brigitta“ und einige mit ihr verbundenen Bräuche im heutigen Deutschland.
In den von der römisch-katholischen Kirche geprägten Gebieten hat sich das Fest „Maria Lichtmess“ etabliert. Die “Seelenverwandschaft” zwischen Maria und Brigid ist offensichtlich, denn Maria ist wie Brigid eine „jungfräuliche“ Göttin. Wie das irisch-katholische Brigid-Fest hat das römisch-katholische Lichtmess heidnische Wurzel. Die alten Römer feierten Anfang Februar das Fest der Nonen, mit dem der Frühling und das neue Jahr begrüßt wurde – um Rom herum blühen im Februar die Fühlingsblumen. Das Nonenfest war ein Fest der Reinigung, im wörtlichen wie im übertragenen Sinne, wovon auch der Monatsname „Februar“ zeugt, der vom lateinischen Wort für „Reinigung“ abstammt.
Ein anderen Name für Imbolc ist das Kerzenfest. Früher wurden in der Winterzeit aus dem Talg der im Herbst geschlachteten Tiere Unschlitt-Kerzen gefertigt. Auch die kostbaren Wachskerzen entstanden in Heimarbeit während des Winters. Zu Lichtmess wurden die neu gefertigten Kerzen geweiht.
Die brennende Kerze symbolisiert außerdem das neuerwachte Licht – und die keltische Feuergöttin Brigid.
– Die Göttin als Jungfrau oder junge Frau wird geehrt.
– Die Göttin kehrt aus der Unterwelt zurück.
– Das Licht kehrt langsam wieder in die Welt zurück.
– Der Frühling rückt langsam näher.
– Der Winter soll ausgetrieben werden.
– Einige feiern Imbolc, dem Aspekt der jungfräulichen Göttin entsprechend,
bei zunehmendem Mond.
– Die Sonne steht in Sternzeichen Wassermann.
– Die meisten Vorräte vom Winter waren verbraucht und man hat sehnlich
darauf gewartet, dass die Natur wieder Essbares hervorbringt. Früher war es
sicherlich nicht leicht, für Imbolc ein ausreichendes Festessen zusammen zu
bekommen. Darum sollte auch hier der Aspekt des Dankes für den Überfluss,
den wir zur Zeit haben, bedacht werden.
– Die Tage sind wieder deutlich länger und das Licht hat über die Dunkelheit
gesiegt.
– Die ersten Lämmer kommen zur Welt und die Schafe geben die erste Milch
(oimelc: keltisch: oi= Schaf, melc= Milch).
– Um Imbolc herum ist oft die kälteste Zeit im Jahr.
– Die Pflanzen beginnen unter der Erde schon langsam das Wachsen, auch wenn
es an der Oberfläche noch nicht zu sehen ist. Teilweise blühen schon die ersten
Schneeglöckchen und Krokusse.
– Nach germanischer Mythologie hat Thor zu Imbolc die Eisriesen erschlagen.
– Auch die Heilung ist ein wichtiger Aspekt. Viele Menschen waren früher
krank wegen der Kälte und wegen Mangelerscheinungen aufgrund mangelnder
Nahrung.
– Die Zeit vom “Frühjahrsputz” beginnt. Werkzeuge und Ackergeräte wurden in
der Zeit wieder in Ordnung gebracht, damit sie für die Saat wieder
einsatzbereit waren. Das Haus wird gereinigt.
– Auch die Dunkelheit aus der Seele sollte vertrieben werden.
– Pläne für das Jahr werden geschmiedet. Wünsche und Erwartungen können
erörtert werden.
– Der Beginn der Fastenzeit zum Aschermittwoch kann auch im Zusammenhang
mit Imbolc zu einer Reinigungs- und Fastenzeit genutzt werden. (Einen
umfangreichen Artikel über das Fasten findet sich hier.)
– Einige Tiere erwachen schon aus dem Winterschlaf. Der Bär ist ein Symbol für
die Naturgeister, die auch langsam zum Leben erwachen und wieder aus der
Erde kriechen.
– Imbolc ist, wegen seines Aspektes der Erneuerung und des Neubeginns, eine
gute Zeit für Initiationszeremonien.
Auf der einen Seite ist Imbolc ein sehr ausgelassenes Fest. Das nahende Ende des Winters wurde mit viel Tanz gefeiert und mit viel Lärm wurden der Winter und die bösen Geister vertrieben. Auf der anderen Seite ist die Reinigung und das innere Dunkel hinter sich zu lassen eine eher stille und konzentrierte Angelegenheit. Also beinhaltet das Fest beide Aspekte: das Wilde und das Ruhige.
BRIGID und das Feuer

Brigid, die Hüterin des Feuers, bewachte an diesem Tag, oder besser in dieser Nacht, das heilige Feuer selbst, während es sonst von 19 Priesterinnen gehütet wurde.
Wieso gerade von 19?
Weil in 19 Jahren eine Sarosperiode (ein großer Mondumlauf-Zyklus) abgeschlossen ist und Sonne und Mond wieder in selber Relation zueinander stehen.
Es war ein kosmisch ausgerichtetes Fest, das den Stand der Sonne und des Mondes beachtete.
Offenbar war für jedes Jahr eine eigene Priesterin eingesetzt.
Interessanterweise haben viele Steinkreise in England und Irland genau 19 Steine.

Die Verbindung der Göttin Brigid mit dem Feuer geht aus ihrem Sonne-Charakter hervor. Lichtsäulen und Flammen begleiten sie, als sie „zwischen den Welten“ weder „im Haus noch außer Haus“, sondern auf der Türschwelle ins Leben trat. Und diese Flammen begleiten sie weiter. Als Kleinkind schlief sie in einem Feuermeer…
Ihr Attribut, Brigids feuriger Pfeil, war sprichwörtlich: der heiß ersehnte erste Frühlings-Sonnenstrahl, der die Erde wärmend traf.
Es ist aber auch übertragen zu sehen: der Feuerpfeil, der ins Herz trifft. Das Entfachen der ersten Frühlingsgefühle, der Liebe, der Erotik….

Es muß daher beim Festverlauf auf jedenfall die Wiederkehr der Sonne begrüßt worden sein und symbolisch durch das Entfachen eines Feuers gefeiert worden sein.
Denn IMBOLC war mit der heiligen Flamme verbunden, die die Sonne aus dem Winterschlaf erweckte.

Ein weiteres Attribut war die Schlüsselblume, eine der ersten Frühlingsblumen.

Bräuche:
– Am wichtigsten sind hier wohl die verschiedensten Bräuche zum Karneval
bzw. Fasching oder Fastnacht, der in den verschiedenen Regionen von
Deutschland sehr unterschiedlich gefeiert wird.
– Es wird ein lärmender Umzug mit schaurigen Masken veranstaltet, um den
Winter und die “bösen Geister” auszutreiben.
– Zur Abenddämmerung wird eine Kerze entzündet, die bis zum nächsten
Sonnenaufgang brennen soll.
– Aperschnalzen: Durch lautes Peitschenknallen werden die bösen Geister
vertrieben.
– Auch das Wegfegen und Ausräuchern der bösen Geister wurde zelebriert.
– Bei den Kelten war Imbolc ein Feuerfest. Brid ist die Hüterin des Feuers.
– Die Kerzenweihe in der katholischen Kirche ist ein Überbleibsel des alten
Feuerfestes.
– Das Feuer wurde von Haus zu Haus getragen, um die Herdfeuer damit zu
entzünden.
– Eine brennende Kerze wurde als Segen durch das ganze Haus und die Ställe
getragen.
– Die Baume und Sträucher wurden wachgeschüttelt.

St.-Brigids-Kreuz: Das keltische Fest der Brigid wurde zu St. Birgits Geburtstag verchristlicht In irischen Schulen werden heute noch immer in Kindergärten und Schulen St.-Brigids-Kreuze (eigentlich Swastika) aus Binsen geflochten und Glücksspiele gespielt, die einen Blick in die Zukunft erlauben sollen.
Die Kerze als Symbol der Erleuchtung und der belebenden Macht der Sonne. Das göttliche Licht in uns.
Der Lichterkranz von St. Brigid mit ihren 12 Kerzen, Symbol der Erleuchtung und dem Licht der 12 Monate.
Das dynamische Sonnenrad der Swastika als St. Brigids Kreuz steht für die lebensspendende Kraft der Sonne im ganzen Sonnenjahr.

Kerzenweihe und Lichterprozession

Die frühe Kirche hat an diesem Tag wie die Römer Lichterprozessionen durchgeführt. An diesem Tag werden noch in vielen Pfarren die Kerzenopfer der Gläubigen entgegengenommen und geweiht. Diese Kerzen leuchteten dann im ganzen Jahr bei den Messfeiern. Dem Wachs und den Kerzen, die an diesem Tag vom Priester geweiht wurden, werden die stärksten Schutzkräfte zugeschrieben. Die Gläubigen nahmen daher an diesem Tag geweihten Kerzen mit als Wetteroder Donnerkerzen, die bei Gewitter gegen Hagel und zu starkem Regen angezündet wurden, um dieses Wetter von den Feldern abzuwenden. Diese Kerzen waren ein Symbol für Christus, der ja das Licht der Welt ist.

Geweihtes Wachs wurde auf das Brot geträufelt und auch dem Vieh gegeben. Die geweihten Kerzen schützen vor Krankheit, frühzeitigem Tod, Blitz und Hagelwetter. An diesem Tag wurde auch für die Bienen gebetet, denen man ja die Kerzen verdankt, in dem man dreimal um den Bienenstock pilgerte.

Dienstboten

Die Dienstboten konnten an diesem Tag ihren Brotgeber wechseln und bekamen ihren Lohn. Dies ist ein Hinweis, dass seit Anbeginn bäuerlicher Jahrestradition, das Jahr an diesem Tag begann.

„Kirchleintragen“

An vielen Orten Österreichs gab es den Brauch, dass man das Licht von Kerzen in schwimmenden Booten und Kirchenmodellen vom fließenden Wasser forttragen ließ. Am Bachrand folgte man den schwimmenden Lichtern in einer Prozession. Die fruchtbringende Verbindung der Gegensätze von Feuer (Licht) und Wasser ist hier ganz eindeutig.

Aperschnalzen

Das „Aperschnalzen“, von aper (althd.) apir = offen, unbedeckt, weil der Boden nun schneefreie offene Stellen zeigt, wird in den Alpenländern von Dreikönig bis Faschingsdienstag geübt. Dieser Brauch sollte die Winterunholde durch den Lärm vertreiben und von ihnen reinigen.

Kornaufwecken

Beim Kornaufwecken, vor allem in Tirol gefeiert, wird ebenfalls mit viel Lärm von Läuten mit Schellen, Kuhglocken und Pistolenschießen begangen. Man lief durch die Dörfer und über die Felder und entzündete auf den Äckern hochflammige Reisig- und Strohfeuer.

Frühling begrüßen

Dies geschah im Alpenland und Deutschland von jungen Burschen, die die Lerchen begrüßten und damit den Frühling. (HdA)

Besondere Kinder

Früher sagte man, dass die an Lichtmeß geborenen Kinder hellsichtig seien und damit trifft man den genauen Ursprung dieses Festes.

Imbolc ist ein Fest der Stille – in der Stille kann man das zarte Licht des Februars am Besten erfahren, das sanfte Licht einer Kerzenflamme entfaltet in der Stille seine höchste spirituelle Wirkung. Imbolc ist das Fest der Reinheit und der Reinigung – rein und weiß wie frisch gefallener Schnee oder wie frische Milch. In keltisch geprägten Gegenden ist es Brauch, ein wenig Milch als Dankopfer auf die Türschwelle zu geben.

Dem Wachs von an Lichtmess geweihten Kerzen wird im Volksglauben hohe Schutzkraft zugeschrieben. Diese Kerzen werden in Notsituationen, bei Geburten oder am Krankenbett angezündet, um den Schutz und die Unterstützung der geistigen Welten zu erhalten – wobei sich heidnische und christliche Vorstellungen stark vermischen.

Vielerorts finden zu Lichtmess auch heute noch Lichterprozessionen von Kindern statt. Sie verkörpern die Unschuld des Neubeginns. Aus Westfalen sind dagegen wilde Frauentänze überliefert, bei denen die sich etwa nähernden jungen Männer eins mit der Holundergerte übergezogen bekamen. In katholischer Deutung verteidigen sie damit ihre Unschuld – Hexen werden diesen Brauch sicher anders deuten ..

Brigid, der dieser Tag geweiht ist, ist die inselkeltische Göttin der Poesie, der Heilung und der Schmiedekunst. Sie ist Patronin der Hebammen und Schutzgöttin der Gebärenden. Als Schmiedegöttin steht sie dem Feuer nahe. Sie ist die Hüterin der Heilquellen und eines heiligen Quells im übertragenen Sinne, nämlich der Inspiration. Brigid ist die Göttin der Barden, der Musiker, der Künstler und kunstfertigen Handwerker. Ihr zu Ehren werden am Imbolc-Abend Kerzen entzündet, die ins Fenster gestellt werden und die ganze Nacht über brennen.

Andere keltische Göttinnen, die an diesem Tag verehrt werden, sind Epona, Danu und Cailleach. Wegen des nun strenger werdenden Winters war Imbolc von je her ein Fest, welches die Familie im Haus zusammen feierte, und keine große öffentliche Feier wie Beltaine. Auch wegen Brigids Beziehung zum Herdfeuer gilt es als häusliches Fest.

Auch bei uns bekannt sind die irischen, aus Stroh geflochtenen „Brigid’s crosses“ oder „Brigid’s wheels“, im Deutschen „Brigittenkreuze“ genannt. Ursprünglich hatten sie möglicherweise drei Arme (Triskele), unter christlichen Einfluss wird die Kreuzform mit vier Armen bevorzugt. Vielleicht gibt es auch eine Verbindung zum germanischen Sonnenrad. Brigittenkreuze werden im Stall oder über der Haustür aufgehängt, um Schutz und Glück zu erbitten. Brigid ist die Beschützerin des neugeborenen Lebens – daher werden auf den schottischen und irischen Inseln bis heute „rowan crosses“ (aus Eberesche) über die Wiege gehängt, und die „heilige Brigid“ um Schutz für das Kind gebeten.

Ein Brauch von den Hebriden ist es, am Brigid-Abend eine Strohpuppe als Frauenfigur einzukleiden und sie in einen geflochtenen Korb zu legen („Brigid’s bed“). Dann laden die Frauen mit den Worten „Fáilte leat a Bhríd“ Brigid ins Haus ein.

Ein anderer inselkeltischer Brauch ist es, am Brigid-Abend einen Holzscheit aus Ebereschenholz ins Feuer zu legen, und am nächsten Morgen nach Anzeichen für den Segen Brigid zu schauen – eine keltische Entsprechung zum Neujahrsbrauch des Bleigießens.
Altes Lichtmeß-Brauchtum

Brigid Schiffchen am LechDas Neuentfachen des jungen Lichtes und die Lichtweihe am Lichtmeßtag ist in ganz Europa noch im Brauchtum verankert.
Die katholische Kirche hat daraus in der Kirche die Kerzenweihe gemacht als kleines Überbleibsel des geweihten jungfräulichen Lichtes. Da paßt dann natürlich auch der neue Name „Maria Lichtmeß“.

In der Steiermark z.B. trägt man dann das geweihte Lichtmeßfeuer von Haus zu Haus und entzündet noch die Herdfeuer damit, oder eine Kerze am Hausaltar.
Es ist Brauch, die brennenden Kerzen durch das ganze Haus und die Ställe zu tragen, um den Segen überall weiterzugeben.

In Kärnten tropft man drei Tropfen Wachs auf ein Brot als Schutz für ein Jahr. Das Brot wird dann aufgehoben.

Schön ist auch ein Lagerfeuer, dass von Feuerpfeilen entzündet wird. Das ist immer sehr spannend, da man nie genau weiß, ob und wie man trifft.

Fakelumzüge in der Nacht sind auch toll, weil man sinnbildlich das Licht in die Dunkelheit bringt.

Und wenn man einen Fluß oder See in der Nähe hat, kann man z.B. Lichterschiffchen aufs Wasser setzten. Kleine Brettchen mit Schwimmkerzen, die den Fluß hinunterfahren und das Licht durch die Nacht tragen.
Storl schreibt:

„Noch immer gibt es alte Bauern, die am Lichtmeßtag ihre Obstbäume wachrütteln und den Bienen im Stock die frohe Botschaft verkünden. Vielerorts soll das Dreschen und Spinnen an diesem Tag beendet sein, denn nun kommt der Erbsen- oder Kornbär, der, wie wir gesehen haben, die neue Fruchtbarkeit bringt.

Auch gilt der Tag noch immer als Lostag. Es wird orakelt, wer heiratet, wer sterben muß und wie die Ernte ausfallen wird. Um zu erfahren, wie lange der Winter noch anhalten wird, wendet man sich an jene Tiere, die in Erdhöhlen ihren Winterschlaf halten. Vom Dachs und vom Fuchs ist da die Rede, aber sie dienen nur als Ersatz für den Bären.

Ist es zu Lichtmeß schön und warm, muß der Bär noch sechs Wochen in seiner Höhle bleiben, heißt es vielerorts. Sieht der Bär am Lichtmeßtag seinen Schatten, muß er noch vierzig Tage in die Höhle, lautet die Regel in England und Frankreich.
Sechs Wochen oder vierzig Tage dauert es bis zur Frühjahrstagundnachtgleiche. Dann hat der Petz seinen Winterschlaf endgültig abgeschüttelt, und der Bann des Winters ist gebrochen.

Der Bär, der die Fruchtbarkeit bringt, und die Bienen, aus deren Waben goldgelbe Kerzen gemacht werden, sind die Lieblingstiere der weißen Brigid. Als Gegensätze gehören sie auch zusammen: der massige, geile, faule Petz und die winzigen, keuschen, fleißigen Immen.
Vor allem wegen des Honigs, den sie aus den Blüten saugen, ohne diese zu zerstören, achtete und verehrte man die Bienen. Für die alten Europäer war der Honig, der erst im 17. Jahrhundert durch den Rohrzucker ersetzt wurde, der einzige Süßstoff.
Er war so heilig, daß er als Opfergabe für die Götter und Ahnen verwendet wurde, und nur in den Weihenächten des Mittwinters durften Hoigkuchen als segensspendende Kultspeise gegessen werden. Die Indogermanen sahen im Honig ein Überbleibsel eines fernen, goldenen Zeitalters, den Tau, der vom Weltenbaum herabtropft.
Wahrlich eine königliche Speise, für den Auserwählten der Weißen Göttin, den honigschleckenden König der Tiere, ebenso geeignet wie für den König der Menschen.
Der trank mit seinen Edlen den aus Honig gebrauten Met, während Bauern, Knechte und Gesinde sich mit Gerstenbier zu begnügen hatten.“
Valentin und Fasnacht

Da die Herrschaft dieser weißen Göttin bis in den Mai dauerte – ihr Höhepunkt ist ja erst zur Frühjahrs-Tagundnachtgleiche – fällt in diesen Zeitraum auch „Valentin“ und „Fasnacht“ oder Fasching.
Das kann man leicht verstehen.
Die Göttin, die alle Gewässer in Bewegung versetzt, das Eis zum Schmelzen bringt, die Säfte in den Bäumen anregt und die Pflanzen wieder zum Sprießen bringt, die bewegt natürlich auch die Lebenssäfte im Menschen.
Sie inspirierte nicht nur die Dichter und Sänger, sondern sie regte auch den hormonellen Rausch der Verliebten an.
Und wie die Verliebten so sind, immer etwas verrückt, närrisch, leicht bis leichtsinnig – so ist auch diese Zeit.
Dazu paßt eben auch Fasnacht oder die Fastnachtzeit.
Von der Kirche noch nie gerne gesehe und als „unflätige Feste“ sogar strengstens verboten 762.
Es hielt sich nur nie einer daran.
Deshalb wurde aus diesen spätwinterlichen ausgelassenen und natürlich immer erotisch-exzessiven Festen die „Fastenzeit“.
Doch die Wortnähe hat gar nichts miteinander zu tun.
Fas-Nacht hat nichts mit Fasten zu tun und Fastnacht als Fasten.
Im Gegenteil!
Das Wort kam von dem Brauch des „FASELNS“.
Es ist ein mittelhochdeutsches Wort: „vaselen“ = fruchten, gedeihen.
Und dieser Brauch des Faselns war eine – wie könnte es auch anders sein -AUSCHWEIFENDE FRUCHTBARKEITSORGIE!
Eine Berührung mit dem schöpferischen Chaos.
Es gab viel lärmendes Treiben, Umzüge, Fressen, Saufen…
Auch hier wieder der lärmende Umzug, um die Felder und Pflanzen aufzuwecken.
Und dann natürlich die Maskenumzüge, um die alten Dämonen, Krankheiten und sonstige Unholde zu vertreiben.
Vieles davon hat sich bis heute gehalten.
Setzung des Lichtmeß-Pfahles „Coloman“

Noch etwas wurde an Lichtmeß gemacht, was heute kaum noch bekannt ist.
Die Setzung des Zeitpfahles, Lichtmeß-Pfahles oder auch „Tin-Pales“.
Jedes Dorf wünsche sich seinen eigenen Zeitmesser, sowie heute die Kirchturmuhr für alle sichtbar angebracht ist.
Im früheren germanischen Bereich wurden in den Ortschaften hohe Stangen aufgestellt, deren Spitze von der aufgehenden Sonne berührt wurde.
Das altehochdeutsche Wort „SUL“ wurde sowohl für Sonne als auch für Säule verwendet.
Das Datum für diese Setzung solch eines Zeitpfahles oder auch Sonnen-Säule, der eben auch Lichtmeß-Pfahl genannt wurde, war bei den Germanen der 1. Februar, an dem wir jetzt Maria-Lichtmeß feiern.

Dieser Pfahl war vor allem dann notwendig, wenn es keine besonderen Bergspitzen gab, die als Kalender oder Zeitmesser genutzt werden konnten.
Bei den Germanen hieß dieser Zeiger „Tin-Pal“ (evtl. vom Wort „Timber“ = Holz abgeleitet, wo auch das englische Wort Tinpal-Man für Zimmermann herkommt).
Bei den Kelten nennt man ihn „Colman“ ( Coloman-Kirchen). Im Allgäu, nahe Schloß Neuschwanstein, steht eine Coloman-Kirche auf freiem Feld. Und das auffälligste Merkmal, weswegen sie auch immer fotografiert wird, ist der besonders hohe, weiße und überschlanke Kirchturm, auf dessen goldener Spitze sich immer die Sonne spiegelt. Wie ein Riesenzeiger.

Bei dieser Colomankirche gibt es noch weitere Auffälligkeiten. Der Berg dahinter, der der höchste und auffälligste ist, heißt „Säuling“, abgeleitet von der Silbe SUL für Sonne und Säule.
Und dazwischen liegt das Märchenschloß „Neuschwanstein“ von König Ludwig II., das so beliebt ist, daß es für alle Mächenschlösser Vorbild ist bis Disney-Land.
Dieses Schloß ist ebenfalls weiß wie die Colomankirche und hat einen ebenso auffälligen, gertenschlanken und besonders hohen Turm, der weit in den Himmel aufragt.
Drei interessante Verbindungen!
Und König Ludwig ist dafür bekannt, daß er seine gesamten Schlösser nur an besondere Kraftorte gebaut hat.

Bei beiden, Kelten und Germanen, wurder der Pfahl am 13.Oktober, am Koloman-Tag, der 40 Wochen nach Heilig-Drei-König ist, wieder entfernt.
Die Setzung an Lichtmeß ist der Beginn des Bauernjahres, das sogenannte Bauern-Neujahr.
Und die Entfernung am 13.10. ist das Ende des Bauernjahres. Die Arbeit ist getan. Das Licht verschwindet und ist erst wieder an Lichtmeß meßbar.
Im Volksbrauchtum erscheint am 13.10. im „Mandelkalender“ der heilige Coloman unter dem Galgen.
In England ist da sein Leichnam dargestellt.
Der Jahresgott wird gehängt!

Quellen:
http://www.rowane.de
http://www.jasra.de
http://www.jahreskreis.info
http://www.brauchtumsseiten.de
http://www.geomantie.at
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